Magdeburg (dpa/sa) - Der Landesforstbetrieb hat die Menschen zu mehr Achtsamkeit in den Wäldern aufgerufen. Es sei ein Irrglaube, dass man die Gefahr, die von Bäumen ausgehen kann, in jedem Fall rechtzeitig erkennen kann, sagte Behördenleiter Bernd Dost. "Es knistert nicht wie im Film in jedem Fall lange vorher." Bei Laubbäumen wie der Buche gebe es dies in der Regel nicht. "Es gibt dann nur einen ganz kurzen Knacks und ein Ast rauscht in zwei Sekunden Dutzende Meter in die Tiefe und schlägt mit voller Wucht auf", erklärte er. Eine der Ursachen sei die Trockenheit in Sachsen-Anhalt, die dem Wald sehr zugesetzt habe.

"Nach dem Stürmen, Hitze und Trockenheit seit 2017 hat es auch in diesem Jahr bisher eigentlich viel zu wenig geregnet", sagte Dost. Pilzerkrankungen setzten den Bäumen zu und der Borkenkäfer verursache Schäden, vor allem bei Nadelhölzern wie der Fichte. "Um Unfälle zu vermeiden, sollte jeder Waldbesucher noch mehr nach oben schauen, Seitenpfade meiden, das ist einfach sicherer", sagte er.

Trotz regelmäßiger Kontrollen der Wälder und Wege durch Forstbetriebe sei es nicht möglich, jeden einzelnen Baum, jeden Ast zu jeder Zeit und auf jedem Meter auf die Standsicherheit zu überprüfen, sagte Dost. "Gerade jetzt, in Corona-Zeiten, zieht es mehr Menschen in die Natur, das ist völlig verständlich", sagte er. Daher sei es umso wichtiger, dass jeder Einzelne mit Bedacht loszieht.

Nach Angaben des Umweltministerium beträgt die Waldfläche in Sachsen-Anhalt mehr als 530 000 Hektar. Davon werden Flächen vom Land und privat bewirtschaftet. Laut dem aktuellen Zustandsbericht (2019) geht es den Wäldern in Sachsen-Anhalt so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr, wenn auch regional unterschiedlich ausgeprägt. Mit Trockenstress und teilweise Hitzeschäden hatten demnach 2019 alle Waldbaumarten zu kämpfen, viele Bäume starben ab.

Waldzustandsbericht Sachsen-Anhalt 2019

Der Wald in Sachsen-Anhalt in Zahlen

Der Landesforstbetrieb in Sachsen-Anhalt