München/Berlin (dpa) - Ilona Scholl vom Kreuzberger Restaurant "Tulus Lotrek" ist vom "Gault&Millau" zur Gastgeberin des Jahres 2021 gekürt worden. Sie sei ein Musterbeispiel einer Gastgeberin, urteilte der Restaurantführer am Donnerstag. "Während ihr Partner Max seine Vision einer furchtlosen Küche umsetzt, sorgt sie im designermöbelfreien Berliner Altbauwohnzimmer dafür, dass sich ihre Gäste umsorgt und willkommen fühlen wie kaum irgendwo sonst." Der Restaurantführer würdigte auch die von Scholl gestartete Corona-Aktion "Kochen für Helden", bei der Ärzten und Pflegepersonal Essen serviert wurde.

Den Titel "Sommelière des Jahres 2021" bekam die Weinexpertin Nancy Grossmann vom Berliner Restaurant "Rutz". Der "Gault&Millau" schreibt: "Ohne eitle Selbstdarstellung gelingt es ihr, die komplexen Teller von (Koch) Marco Müller kongenial zu begleiten."

Der Titel "Koch des Jahres" geht dieses Jahr nach Rheinland-Pfalz: Sieger ist Thomas Schanz vom Restaurant "Schanz" in Piesport an der Mosel. Unter den Berliner Spitzenrestaurants liegt "Tim Raue" an erster Stelle mit 19,5 von 20 Punkten, gefolgt von "Facil" (19) und "Lorenz Adlon Esszimmer" (19).

Berlin hat im "Gault&Millau" elf Restaurants mit Top-Bewertung (19,5-17), Brandenburg hat in dieser Sparte keine. Das Restaurant "Wilde Klosterküche" in Neuzelle (Oder-Spree) wird in der Rubrik "Neuaufnahmen" erwähnt.

Testen kann man die Lokale derzeit nicht. Die Restaurants sind derzeit bundesweit wegen der Corona-Auflagen geschlossen. Der "Gault&Millau" gilt neben dem "Guide Michelin" als wichtigster Gourmetführer Deutschlands. In diesem Jahr ist einiges anders: Sowohl der Verlag als auch die Chefredaktion haben gewechselt und auch bei den getesteten Restaurants hat sich etwas geändert. Wurden in der Vergangenheit noch mehr als 1000 Restaurants in Deutschland getestet, sind es jetzt nur noch 500, wie der Burda-Verlag mitteilte. 500 weitere Betriebe sollen empfohlen, aber nicht mit Punkten benotet werden.

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