Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Hochschulen meistern das Sommersemester angesichts der Corona-Beschränkungen aus eigener Sicht bislang gut. Ein großer Teil der Lehre sei digital abgedeckt, erklärte der Präsident der Landesrektorenkonferenz und Magdeburger Uni-Rektor, Jens Strackeljan, am Mittwoch. "Es hat sich gezeigt, dass wir den Herausforderungen gewachsen sind und sehr schnell leistungsfähige und flexible Lösungen in Krisenzeiten finden." Videoaufzeichnungen von Vorlesungen hätten sich ebenso etabliert wie der Einsatz von Videokonferenzsystemen für die Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden.

An der Universität Halle-Wittenberg seien 450 Vorlesungsreihen für das gesamte Sommersemester digitalisiert. "Damit werden an der MLU bereits 75 Prozent der digitalen Lehre abgedeckt", erklärte Rektor Christian Tietje. Ähnlich seien die Zahlen für die anderen Hochschulen des Landes.

An die Grenzen stoßen die Hochschulen aber etwa bei zusätzlichen Lizenzen für Lehrmaterialien in elektronischer Form, Softwarebeschaffungen und die Anmietung von Serverkapazitäten sowie die Erweiterung von IT-Infrastrukturen, teilte die Landesrektorenkonferenz weiter mit. All das sei in den Budgets für dieses Jahr nicht vorgesehen gewesen. Die Kosten lägen pro Hochschule schnell im sechsstelligen Eurobereich. Strackeljan forderte vom Land die Übernahme der Kosten, zumindest in Teilen.

Es müssten auch Lösungen gefunden werden für deutsche und internationale Studierende, denen Jobmöglichkeiten weggebrochen sind. Zumindest Härtefälle müssten etwa durch Regelungen beim Bafög ausgeglichen werden.