Magdeburg (dpa/sa) - Eine große Herausforderung im Kampf gegen Corona ist es, Infizierte rechtzeitig zu isolieren. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (beide CDU) haben deshalb am Montag dazu aufgerufen, sich so schnell wie möglich testen zu lassen. Die Tests seien "eine der belastbarsten Möglichkeiten, eine Infektion zu vermeiden", sagte Haseloff bei einem Termin vor dem Landtag. Das Land werde dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen im Land Zugriff auf solche Tests haben.

"Wir brauchen aufgeschlossene Menschen, die aus Solidarität bereit sind, sich dieser Prozedur zu unterziehen", sagte der Regierungschef. "So wird es übrigens auch mit den Impfungen sein." Vor dem Abstrich im Testzentrum müsse man keine Angst haben. Haseloff ging direkt mit gutem Beispiel voran und ließ sich im Landtag testen. Im Parlament war dazu am Montag eine kleine Teststation eingerichtet worden, an der sich Politiker, Abgeordnete und Medienvertreter testen lassen konnten. Die Chefs der Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und Linker wollten das tun.

Noch vor der für Dienstag geplanten Sitzung sollten die Ergebnisse vorliegen. Insgesamt meldeten sich laut Brakebusch 140 Menschen aus dem Landtag für den Test an, darunter allerdings nur 25 Abgeordnete. Das habe sie "etwas enttäuscht", sagte die Präsidentin. Sie habe sich eine größere Beteiligung der 87 Volksvertreter gewünscht.

Die Auswertung übernimmt die Universität Magdeburg. Der Chef des Uniklinikums, Hans-Jochen Heinze, kündigte bei dem Termin für die Landeshauptstadt einen Massentest ab Ende der Woche an. Von Freitag bis Mittwoch soll auf dem Alten Markt ein Testzelt aufgebaut werden, wo sich Freiwillige testen lassen können. 15 Minuten nach dem kostenlosen Test sollen die Probanden schon ihr Ergebnis haben. Der verwendete Test sei ob seiner Schnelligkeit und Genauigkeit "wirklich ein Geschenk", sagte Heinze. "Mit dem Test haben wir eine ausgesprochen gute Chance, die Corona-Infektionen zu kontrollieren."

1700 Tests stehen zunächst für Magdeburg bereit. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) appellierte am Montag an die Magdeburger, das Angebot zu nutzen. "Und wenn noch mehr Bedarf ist als die 1700, besorge ich noch ein paar Schnelltests."