Magdeburg (dpa) - Am Ende steht ein schmerzlicher Rücktritt. Thomas Hoßmang ist nicht mehr Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Magdeburg. Am Dienstagabend verkündete der Verein das, was die Fans schon lange forderten, sich die Verantwortlichen beim einstigen Europapokalsieger wohl nicht trauten: die Trennung vom 54-Jährigen. Vorangegangen sei ein intensiver Gedankenaustausch mit Sportdirektor Otmar Schork, hieß es in der Vereinsmitteilung.

"Für mich ist der 1. FC Magdeburg ein ganz besonderer Verein. Doch durch die Ergebnisse der vergangenen Wochen sehe ich das Ziel Klassenerhalt ernsthaft gefährdet. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, den Weg frei zu machen für einen neuen Impuls. Ich hoffe sehr, dass der Club in der 3. Liga bleibt." So lauten die letzten Worte Hoßmangs als Cheftrainer.

Ein Job, den der frühere Bundesliga-Profi von Dynamo Dresden und Energie Cottbus aus Loyalität zu seinem Arbeitgeber angetreten hatte, als es dem Club schon einmal so schlecht ging wie jetzt. Am 11. Juni vergangenen Jahres übernahm der erfolgreiche Chef des FCM-Nachwuchsleistungszentrums interimsmäßig die stark abstiegsgefährdeten Drittliga-Profis und führte sie tatsächlich noch zum Klassenverbleib. Der damals in Personalunion als Geschäftsführer und Sportdirektor fungierende Mario Kallnik hatte nach mehreren unglücklichen Trainerwechseln zuvor auch sein Schicksal mit der Personalie Hoßmang verknüpft.

Was zum Ende der vergangenen Spielzeit noch funktionierte, ging in dieser Saison nicht mehr auf. Der FCM spielte enorm defensiv, die wenigen Chancen wurden nicht genutzt. Das führte zu nur 21 Punkten in 22 Partien, zum gegenwärtigen Tabellenplatz 19 und zu Unstimmigkeiten im Team. Hoßmang versuchte Ruhe hineinzubringen, setzte mehr und mehr auf junge Spieler und vergraulte damit die Routiniers wie Christian Beck, Jürgen Gjasula und Sören Bertram. Die wurden teilweise sogar vom Trainingsbetrieb freigestellt, später wieder begnadigt. Eine Wende gelang aber weder mit ihnen noch ohne sie. Beck trat schließlich als Kapitän zurück.

Von der Führung kamen immer wieder Durchhalteparolen. Auch, weil wohl niemand den verdienstvollen Hoßmang vor die Tür setzen wollte. Bei den Fans hatte dieser aber schon lange jeglichen Kredit verspielt. Immer lauter wurden die Rufe nach seiner Ablösung. "Der Druck auf seine Person war in den letzten Wochen für alle Beteiligten sehr belastend und an der Grenze des Zumutbaren", sagte Schork, der erst im Laufe der Saison von Kallnik die sportliche Leitung übernahm.

Der ehemalige Sportchef des Zweitligisten SV Sandhausen dürfte auch den Hoßmang-Nachfolger schon auf dem Zettel haben. Immer wieder wurde der frühere Sandhäuser Trainer Uwe Koschinat schon ins Gespräch gebracht. Er müsste zunächst erst einmal eine Mannschaft aus vielen Einzelspielern formen. Grundsätzlich aber muss sich in Magdeburg vieles ändern. Denn seit Jens Härtel, der den Verein von der Regionalliga in die 2. Bundesliga geführt hatte, im November 2018 ohne Not verlassen musste, ging es nur noch bergab. Vier Trainer folgten auf Härtel, keiner konnte den einstigen Vorzeigeclub aus dem Osten wieder in Fahrt bringen.

Zunächst sollen interimsweise die Co-Trainer Matthias Mincu und Silvio Bankert das Training und die weitere Vorbereitung auf den nächsten Drittliga-Einsatz am nächsten Montag bei Türkgücü München, das sich am Dienstag ebenfalls von seinem Trainer Alexander Schmidt trennte, leiten. Aufgrund der enormen Schneemassen ist ein geregelter Trainingsbetrieb beim Tabellenvorletzten der 3. Liga momentan allerdings nur eingeschränkt möglich.

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