Halle/Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Rund 450 Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt sind am Freitag erneut für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Erstmals beteiligte sich neben Magdeburg und Halle auch Dessau-Roßlau an der Aktion "Fridays for Future". Dort versammelten sich rund 150 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte. Etwa ebenso viele waren es jeweils auch in den beiden Großstädten.

Die Schüler und Studenten fordern etwa einen früheren Ausstieg aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Braunkohle als das jetzt vorgeschlagene Jahr 2038. "Steckt die Kohle in die Bildung, nicht in den Ofen", hieß es etwa auf einem Plakat in Magdeburg. In Halle wurde unter anderem "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" gerufen, wie Mitorganisator Paul von Lampe sagte.

Seit Wochen demonstrieren in ganz Europa Tausende Schüler für mehr Klimaschutz, in Deutschland sind Dutzende Städte dabei. Vorbild ist die 16 Jahre alte Schwedin Gret Thunberg, die vor einiger Zeit bei einer Klimakonferenz der Vereinten Nationen zu den Protesten aufrief.

In Sachsen-Anhalt sorgen die Demonstrationen für Debatten, weil Schüler dafür die Unterricht schwänzen. Dieses Mal endete die Schule wegen der Zeugnisausgabe früher. "Wir haben uns für eine Mischform entschieden: Wer streiken wollte, konnte streiken", sagte von Lampe. "Alle anderen kamen nach der Zeugnisausgabe dazu."

Ein Zeugnis gab es auch für Bildungsminister Marco Tullner. Die Magdeburger Bewegung attestierte dem CDU-Politiker ein "mangelhaft" in Gesprächsbereitschaft und Verständnis für junge Menschen. "Für die Zukunft erhoffen wir uns ein faires Miteinander." In der Vorwoche war Tullner bei der Demonstration. Sein Standpunkt: Schüler sollten sich engagieren, aber eben nach Schulende oder am Wochenende.

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Zeugnis der Fridays for Future-Bewegung für Bildungsminister Tullner