Halle (dpa) - Die ostdeutsche Wirtschaft wird einer aktuellen Prognose zufolge etwas stärker wachsen als im Bundesschnitt. Die neuen Bundesländer inklusive Berlin könnten mit einem Plus von 1,6 Prozent rechnen, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) am Donnerstag in Halle mit. Bundesweit sagen die Experten ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent voraus. Für 2019 sagt die IWH-Prognose voraus, dass die ostdeutsche Wirtschaft mit einem Plus von 1,4 Prozent mit der bundesdeutschen Entwicklung gleichauf liegt.

Damit korrigierten die Forscher ihre Prognose für den Osten im Vergleich zum Herbst minimal um einen Zehntelpunkt nach oben, die für Gesamtdeutschland um zwei Zehntel nach unten. Im Winterhalbjahr sei der Aufschwung der deutschen Wirtschaft ins Stocken geraten, hieß es. Die Probleme der Automobilindustrie schlugen ebenso zu Buche wie das schwächere Auslandsgeschäft. Auch Risiken wie der nahende Austritt Großbritanniens aus der EU und das hoch verschuldete Euro-Land Italien wirkten bremsend, hieß es.

Diese gesamtdeutschen Konjunkturdämpfer wirkten auch auf Ostdeutschland, so die IWH-Forscher. Zwar sei die Wirtschaft dort weniger exportorientiert, die meisten Ausfuhren gingen jedoch ins europäische Ausland, wo die Wirtschaftsentwicklung besonders gebremst sei. Zudem seien die ostdeutschen Autofabriken stärker von der aktuellen Produktion beeinflusst als die Firmensitze im Westen. Positiv wirkten hingegen die deutlich gestiegenen Haushaltseinkommen im Osten. Sie werden aus Sicht des IWH dazu führen, dass die Ostdeutschen im kommenden Jahr deutlich mehr Geld ausgeben.

Aktuelle Konjunkturprognose des Instituts für Wirtschaftsforschung