Erfurt (dpa) - Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sollen nach Ansicht von Landtagspräsidentin Birgit Keller ihre Zusammenarbeit vertiefen. Auf diesem Weg könnte die Region ihr Potenzial besser entfalten und aus einer verstärkten Kooperation in 30 oder 40 Jahren gar ein Zusammenschluss erwachsen, sagte Keller der Deutschen Presse-Agentur. Dabei zog sie eine Parallele zur Gründung des Freistaates Thüringen, die sich am Freitag (1. Mai) zum 100. Mal jährt. Damals schlossen sich sieben zuvor eigenständige Kleinstaaten zusammen. Dies habe das Land gestärkt und neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet, so Keller.

Die Gründung des Landes Thüringens vor 100 Jahren sei nach der Gründung der Weimarer Republik "eine weitere Wegmarke des demokratisch-republikanischen Aufbruchs nach dem Ersten Weltkrieg" gewesen, erklärte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Donnerstag. "Vor 100 Jahren ging ein alter Traum der Menschen in Erfüllung, in einem vereinten, demokratischen Thüringen endlich die Geschicke des Landes selbst zu bestimmen." Dieser Wunsch habe auch durch die Nationalsozialisten und das "zentralistisch ausgerichtete politische System der DDR" nicht dauerhaft beschädigt werden können.

Gerade jetzt in Zeiten der Corona-Krise seien alle Thüringer gefragt, das Land zusammenzuhalten, mahnte Ramelow. Der Blick in die Geschichte bestärke ihn in der Überzeugung: "Wir werden auch diese Krise meistern - mit Ausdauer und mit Gemeinschaftssinn." Auch Keller betonte, dass das Land heute ein starkes Thüringen sei, das aktuelle und künftige Herausforderungen "mit Solidarität und sozialem Zusammenhalt" meistern könne.

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