Jessen (dpa/sa) - Ein Krisenstab des Landkreises Wittenberg berät am Mittag das weitere Vorgehen in den beiden wegen des Coronavirus abgeriegelten Ortsteilen von Jessen (Elster). Politiker wie Jessens Bürgermeister Michael Jahn und Landrat Jürgen Dannenberg sowie Polizei und Ärzte kämen dafür nach Wittenberg, sagte Landkreis-Sprecher Ronald Gauert am Donnerstagvormittag. Dabei sollen die bisherigen Maßnahmen evaluiert und die medizinische Lage erörtert werden.

Der Landkreis hatte am Mittwochabend für die Jessener Ortsteile Jessen und Schweinitz eine Quarantäne angekündigt, nachdem es dort einen Corona-Ausbruch gegeben hatte. 41 bestätigte Fälle habe es in den beiden Ortsteilen gegeben, sagte Gauert - von 53 im ganzen Landkreis. Nach bisherigen Erkenntnissen habe ein Reisender das Virus aus Österreich eingeschleppt . Es breitete sich dann unter anderem in einem Pflegeheim aus. Rund 8000 Menschen sind von der Maßnahme betroffen, die zunächst bis zum 10. April befristet ist.

Ab 7.00 Uhr am Donnerstagmorgen sperrten Feuerwehr und Polizei die insgesamt acht Zugangsstraßen zu den gesperrten Gebieten ab. Nicht alle Bürger seien einverstanden mit den Maßnahmen. "Wir erklären jetzt viel", sagte Gauert. "Aber das gelingt nicht immer". Es gehe darum, durch die Quarantäne Leben zu retten.

Allgemeinverfügung Landkreis Wittenberg