Halle (dpa/sa) - Fast alle Lebensmittel in Sachsen-Anhalt können bedenkenlos gegessen werden. Das im Land verkaufte und produzierte Essen ist zum aller größten Teil sicher, wie aus dem am Donnerstag vorgestellten Jahresbericht zur Lebensmittelsicherheit hervorgeht. Von rund 9500 Proben, die das Landesamt für Verbraucherschutz im vergangenen Jahr untersucht hat, wurden knapp 10 Prozent beanstandet.

Bei etwa 75 Prozent der Beanstandungen ging es um die Kennzeichnung und Aufmachung der Produkte. Dazu zählen beispielsweise vegetarische und vegane Ersatzprodukte, die irreführend etwa als vegetarische Garnelen bezeichnet wurden oder als Haselnussprodukte bezeichnete Waren in denen große Teile Erdnüsse verarbeitet werden, die günstiger sind.

Zudem wurde bei der Vorstellung des Berichts darauf hingewiesen, dass in speziell für Kinder gestalteten Produkten oft viel Zucker und Fett ist. Wenn Kekse etwa mit Superhelden beworben werden oder ein Lebensmittel den Zusatz "Kinder-" im Namen hat, unterscheide sich das Produkt kaum von Essen für Erwachsene. "Da ist einfach eine andere Tüte drum", hieß es.

Auf die Frage, warum es keine Vorschriften für den Inhalt von diesen Lebensmitteln gebe, sagte Beate Brücker, Staatssekretärin im Sozialministerium: "Ich habe dafür eine große Sympathie, politisch durchsetzbar ist das derzeit nicht." Als Grund nannte sie unter anderem Einwände der Industrie.

Knapp 14 Prozent der Beanstandungen seien auf mikrobiologische Verunreinigungen zurückzuführen - etwa Bakterien, die Durchfall erzeugen. Dazu zählen beispielsweise das Listeria monocytogenes Bakterium oder Salmonellen. Salmonellen seien in Deutschland aber nicht mehr das große Problem.

Die Botschaft an die Verbraucher ist laut dem Fachbereichsleiter Lebensmittelsicherheit, Dietrich Mäde, dass jeder mikrobiologische Risiken vermeiden könne. So sei der Erreger, der bei Menschen am häufigsten Durchfall verursache, öfter in Hähnchenfleisch gefunden worden. Alles was mit rohem Geflügel in Kontakt war, gehöre in den Geschirrspüler. Wer etwa mit einem Messer Geflügel geschnitten habe, sollte damit keinen Salat mehr zubereiten, bevor es gewaschen wurde. Zudem solle darauf verzichtet werden, Hackfleisch, frische Rohwurst oder Räucherlachs nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu essen.

Mäde betonte zudem, dass bei den Proben nicht repräsentativ, sondern risikoorientiert kontrolliert werde. Auch wegen der Arbeit der Behörden habe es im vergangenen Jahr keinen großen Lebensmittelskandal gegeben.