Halle (Saale) (dpa) - Das Kunstmuseum Moritzburg hat eine Auswahl historisch überaus bedeutender Münzen und Medaillen erworben. Im März 2019 seien bei einer Auktion in Osnabrück 227 Stücke aus einer Sammlung von 1500 Objekten ersteigert worden, sagte Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich am Mittwoch. Die Erwerbung sei der bisher umfangreichste Ankauf für des Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt.

Der Journalist und Numismatiker Heinz Thormann (1923-2016) hatte die Sammlung über 60 Jahre zusammengetragen. Er hatte sich auf Münzen des Fürstenhauses Anhalt spezialisiert. Die Geschichte der Stücke reicht teils bis ins 10. Jahrhundert zurück. Thormanns Erben gaben die Sammlung in ein Osnabrücker Auktionshaus.

Die Erwerbung schaffe einen neuen Kernbestand des Museums, der die Bedeutung als Münzkabinett des Landes Sachsen-Anhalt stärke, sagte Bauer-Friedrich. Schließlich sei die Region Anhalt ein Kernland des heutigen Sachsen-Anhalt, betonte der Museumschef.

Die Moritzburg hat in ihrem Münzkabinett einen Bestand von derzeit etwa 120 000 Münzen, Medaillen und Geldscheinen. Schwerpunkt ist die mitteldeutsche Münz- und Geldgeschichte, vor allem des heutigen Sachsen-Anhalt. Der Kurator des Münzkabinetts, Ulf Draeger, betonte die Vielfalt der Münzgeschichte in der Region, wo es einst 150 Münzstätten gab. Ermöglicht wurde der Ankauf durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Kulturstiftung der Länder und die Saalesparkasse.