Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Landwirte erwarten angesichts der starken Trockenheit auch für dieses Jahr Einbußen bei der Ernte. Der kühle Mai habe im Gegensatz zu 2018 und 2019 zwar vielen Pflanzen durch die Trockenheit geholfen, insgesamt seien an den Getreidekulturen aber weniger ährentragende Halme und ein geringerer Kornansatz zu beobachten, teilte der Bauernverband Sachsen-Anhalt am Montag in Magdeburg mit. Das Bodenwasser habe gefehlt. Auch Frostschäden seien zu verzeichnen.

Bei Gerste, Roggen, Weizen und Raps rechneten viele Betriebe einer ersten Einschätzung zufolge mit 15 bis 25 Prozent weniger Ertrag als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018. Die letzten Regentage hätten etwa dem Weizen noch geholfen, es bleibe aber deutlich zu trocken. Beim Raps zeichne sich schon jetzt eine deutliche Notreife ab.

Bei Ackerfutter und Grünland habe die Trockenheit im Frühjahr zu geringen Erträgen geführt. Viele Betriebe hätten Probleme beim Anlegen von Futterreserven, teilte der Bauernverband mit. Die deutlich zu niedrigen Milchpreise machten den Landwirten zudem zu schaffen.

Der Präsident des Bauernverbands, Olaf Feuerborn, erklärte, für viele Betriebe bringe 2020 zum dritten oder vierten Mal in Folge eine unbefriedigende Ernte. "Auch wenn es weniger trockenheitsbedingte Ausfälle gibt als in den letzten zwei Jahren, sehen wir überall, dass eine Menge Wasser fehlt. Ich hoffe, wir können zu guten Bedingungen dreschen, damit wir trotz allem möglichst gute Qualitäten einfahren."