Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - Magdeburg hat den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" zwar nicht bekommen, will sich aber nicht unterkriegen lassen. Viele Ideen und Projekte sollten trotzdem umgesetzt werden, allerdings wohl nicht in vollem Umfang, kündigte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) nach der Verkündung der Jury-Entscheidung für Chemnitz am Mittwoch an.

"Wir haben nicht gewonnen, darum sind wir heute erstmal enttäuscht, aber diese Enttäuschung hält bei mir nur bis heute Abend. Morgen früh geht das Leben weiter", sagte Trümper. Es sei klar gewesen, dass Chemnitz der größte Konkurrent werde.

Kulturminister Rainer Robra (CDU) sagte mit Blick auf das Motto von Magdeburgs Bewerbung: "Die "Force of Attraction" lebt. Die Anziehungskraft der Stadt ist ungemein gewachsen." In der Stadt sei viel zusammengewachsen, es gebe eine starke kulturelle Grundströmung. Viele Projekte wie die Sanierung der Stadthalle und der Hyparschale blieben, ebenso die geknüpften Netzwerke. "Wir lassen uns weder von der Jury-Entscheidung noch von Corona plattmachen", sagte Robra.

Tamás Szalay, Leiter des Bewerbungsbüros Magdeburg 2025, sagte, es gebe objektive Veränderungen durch den Bewerbungsprozess. So habe die freie Szene mehr Geld bekommen, es sei eine stärkere Vernetzung entstanden. "Es hat für alle Spaß gemacht. Ich glaube, es sind neue Kräfte freigesetzt worden." Viele Beteiligte waren am Mittwoch in der Festung Mark zusammengekommen, um die Entscheidung der Jury gemeinsam anzuhören.

Chemnitz soll Deutschland nun als Europäische Kulturhauptstadt 2025 vertreten. Eine entsprechende Empfehlung für die sächsische Stadt verkündete die europäische Auswahljury am Mittwoch in Berlin. Damit haben Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg - die anderen Städte der Shortlist - das Nachsehen. Zuvor waren im vergangenen Dezember die Mitbewerber Dresden, Gera und Zittau ausgeschieden.

Die Empfehlung der Jury muss von Bund und Ländern in eine formelle Ernennung umgewandelt werden. Die zweite Europäische Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien, die Entscheidung soll im Dezember verkündet werden. In diesem Jahr können sich Rijeka in Kroatien und Galway in Irland mit dem Titel schmücken. Zuletzt Europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). Ausgezeichnet wurden davor schon Weimar (1999) und West-Berlin (1988).

In den Bewerberstädten wurden jahrelang Ideen gewälzt, Programme aufgestellt und dicke Bewerbungen geschrieben. Die Kandidaten wurden aufgrund umfangreicher Bewerbungsbücher bewertet. Außerdem gab es zuletzt Stadtbesuche - wegen der Corona-Pandemie allerdings ausschließlich digital.

Chemnitz will "all die Leute und Orte sichtbar machen, die man nicht sieht, und damit auch ein Chemnitz, das in Europa - noch - keiner auf dem Schirm hat", so das Bewerbungsteam. Mit kulturellen Mitteln sollen Gräben überwunden werden.

Pressemitteilung Landeshauptstadt Magdeburg

Pressemitteilung Staatskanzlei und Kulturministerium Sachsen-Anhalt

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