Dresden (dpa) - Mit einem neu entwickelten Frühwarnsystem soll eine Mediensucht bei Teenagern schneller erkannt werden. Ein entsprechendes Pilotprojekt des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte und der Krankenkasse DAK startet an diesem Donnerstag (1. Oktober) unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Laut einer Untersuchung der Suchtexperten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) aus dem vergangenen Herbst seien Mediensüchte bei Minderjährigen weit verbreitet, berichtete die DAK. Demnach betreibt jedes achte Kind zwischen 10 und 17 Jahren Computerspiele in riskanter oder gar krankhafter Weise. Hochgerechnet trifft dies in Sachsen auf etwa 37 000 junge Menschen zu, in Sachsen-Anhalt auf
17 900 und in Thüringen auf 18 800.

Bei dem neuen Mediensuchtscreening füllen die Teenager im Rahmen der Untersuchungen einen speziell entwickelten Fragebogen aus. Zeigt sich dabei ein auffälliges Ergebnis, folgt eine Beratung und ein Hinweis auf die neu ausgerichtete Online-Anlaufstelle computersuchthilfe.info für Betroffene und ihre Eltern.

"Um spätere Süchte zu vermeiden, setzen wir in der Vorsorge hier an und gehen mit Kinder- und Jugendärzten neue Wege", erläuterte Christine Enenkel, Leiterin der DAK-Landesvertretung in Sachsen. Zudem hätten Studien gezeigt, dass Kinder und Jugendliche während des coronabedingten Lockdowns häufiger am Computer gespielt hätten als zuvor. Derzeit werde untersucht, ob sich dieses Nutzungsverhalten nach den Lockerungen wieder auf das vorherige Niveau reduziert oder verfestigt habe. Erste Ergebnisse sollen im kommenden Frühjahr vorliegen.

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