Magdeburg (dpa/sa) - Auszubildende in Sachsen-Anhalt sollen ab nächstem Jahr ein verbilligtes Ticket für den Nahverkehr nutzen können. Darauf haben sich die Koalitionspartner von CDU, SPD und Grünen bei ihren finalen Haushaltsberatungen geeinigt, wie sie am Dienstag gemeinsam mitteilten. Demnach soll das Azubi-Ticket am 1. Januar 2021 eingeführt werden und pro Monat 50 Euro kosten. Die Lehrlinge sollen mit dem Ticket landesweit Bus und Bahn nutzen können. Das Land will für das verbilligte Ticket einen Zuschuss von 12 Millionen Euro dazugeben.

Damit wird eine langjährige Forderung der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt umgesetzt. Die Regierungspartner hatten aber monatelang darum gestritten, ob ein Azubiticket finanzierbar ist oder ob das Land zunächst nur seine Zuschüsse für die Fahrten zur Berufsschule erhöhen sollte. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte die Einführung prompt. Das Azubiticket bedeute einen Qualitätssprung für den Ausbildungsstandort Sachsen-Anhalt, erklärte DGB-Landeschefin Susanne Wiedemeyer. Allein für den Weg zur Berufsschule zahle bisher ein Drittel aller Auszubildenden zwischen 10 und 30 Euro pro Tag.

Auch die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern hatten in den vergangenen Monaten immer wieder ein Azubiticket gefordert. Aus ihrer Sicht ist es unter anderem eine Frage der Gerechtigkeit, da es für Studenten schon lange ein verbilligtes Ticket gibt. Zudem verwiesen sie in Zeiten von Azubimangel darauf, dass Sachsen-Anhalt junge Lehrlinge an die Nachbarbundesländer verlieren könnte, die bereits ein Azubi-Ticket eingeführt haben.