Sülzetal (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt leben im Vergleich zu anderen Bundesländern nur wenige Feldhasen. Pro Quadratkilometer zählten Jäger im vergangenen Jahr durchschnittlich 5,4 Tiere, wie der Landesjagdverband am Mittwoch mitteilte. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei etwa zwölf Hasen pro Quadratkilometer. In Sachsen-Anhalt gingen die Bestände zuletzt sogar zurück: 2017 zählten die Jäger noch 5,8 Feldhasen pro Quadratkilometer. Der Bestand sei aber auf niedrigem Niveau stabil, hieß es.

Aus Sicht der Jäger fehlen geeignete Lebensräume für Feldhasen in Sachsen-Anhalt. In der modernen Agrarlandschaft böten sich den Tieren nur wenige Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden. Invasive Arten wie Mink, Waschbär und Marderhund setzten die Bestände zusätzlich unter Druck. Auch der Straßenverkehr spielt eine Rolle: Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr mehr als 1000 Feldhasen bei Unfällen getötet. Die Dunkelziffer schätzt der Landesjagdverband auf ein Fünffaches höher. Jagd auf Feldhasen finde nur statt, wenn die Bestände lokal groß genug sind.