München (dpa) - Der CSU-Ehrenvorsitzende und frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel (81) sieht heute in den ostdeutschen Bundesländern "viele blühende Landschaften". "Wenn ich mir heute Städte wie Leipzig oder Dresden anschaue, dann ist das doch einfach begeisternd. Es ist ein ungeheurer Fortschritt. Die Lebenszeit ist länger, die Gesundheit besser, die Suizidrate deutlich gesunken", sagte er dem "Münchner Merkur" (Freitag) in einem Interview zum Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. "Im Vergleich zu 1985 oder 1989 sehe ich heute viele blühende Landschaften."

Die vielzitierten "blühenden Landschaften" gehen auf den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zurück, der eben diese nach der Wiedervereinigung für die damals neuen Bundesländer versprach. Waigel war von 1989 bis 1998 - also auch zur Wende - Bundesfinanzminister.

"Wenn man wie ich 1985 durch die DDR gereist ist, dann war der Zustand grauenhaft. In den Städten konnte man nur schwer atmen, so hat die Braunkohle auf die Bronchien gedrückt. Es war Grau in Grau", sagte der ehemalige CSU-Vorsitzende dem "Merkur". "Man müsste den Menschen die Aufnahmen von früher zeigen."