Magdeburg (dpa/sa) - Viele Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen-Anhalt nutzen nach Angaben von Bildungsminister Marco Tullner die neue Möglichkeit, sich Überstunden bezahlen zu lassen. Seit dem Start der Regelung im vergangenen Jahr wurden 80 000 Überstunden ausbezahlt, sagte der CDU-Politiker in einem Interview der "Magdeburger Volksstimme" (Donnerstag). Das entspreche umgerechnet dem Arbeitsvolumen von 100 Vollzeitstellen im Jahr.

Laut Tullner nahm jede dritte Lehrkraft, die in Frage kam, die neue Regelung in Anspruch. Zuvor hatte Sachsen-Anhalt ermöglicht, dass Überstunden nicht nur ausbezahlt werden können, sondern dass es dafür auch den regulären Stundensatz gibt. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen der Unterrichtsausfall in Zeiten knappen Personals abgemildert werden soll.

Wie in den Vorjahren sollen auch in diesem Jahr mindestens 1000 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden, kündigte Tullner an. Das ist nötig, weil Sachsen-Anhalt in der Vergangenheit über Jahre hinweg kaum einstellte und jetzt ein vergleichsweise hohes Durchschnittsalter bei den Lehrkräften hat. Etwa 1000 Kolleginnen und Kollegen scheiden jedes Jahr aus Altersgründen aus. Zudem wächst die Zahl der Schüler.

Interview der Volksstimme mit Bildungsminister Tullner