Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt reserviert an den Universitäten in Magdeburg und Halle Studienplätze für angehende Landärzte. Ein entsprechendes Gesetz wurde am Donnerstagabend vom Landtag in Magdeburg verabschiedet. Vom Wintersemester 2020 an sollen 20 der 400 Medizinstudienplätze pro Jahr an junge Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach ihrem Abschluss zehn Jahre lang auf dem Land zu arbeiten. Aus Sicht von Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ist dieser Schritt ein sinnvoller Baustein, um die hausärztliche Versorgung nahe am Wohnort sicherzustellen.

In Sachsen-Anhalt sind Hausärzte rar. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind 140 Standorte nicht besetzt. Bis 2032 werden den Prognosen zufolge mehr als 250 Hausärzte fehlen.

Die Uni Magdeburg will das neue Instrument durch ein eigenes Angebot ergänzen, wie der Dekan der Medizinischen Fakultät, Hermann-Josef Rothkötter, mitteilte. Von Oktober an soll es das Programm "Klasse Hausärzte" geben - mit regelmäßigen Praxistagen bei niedergelassenen Allgemeinmedizinern. Zudem soll jedem Studierenden ein Hausarzt als Mentor zur Seite gestellt werden. Das Programm sei freiwillig und stehe allen Studierenden offen, hieß es. Alle, die ab kommendem Jahr über die Landarztquote einen Platz bekommen, müssen mitmachen.