Halle/Leipzig (dpa) - Einen Monat nach der Meldung, dass eine neue Cyberagentur des Bundes in die Region Leipzig-Halle kommt, ist der genaue Sitz immer noch offen. Der Ball liege bei Sachsen und Sachsen-Anhalt, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Donnerstag. Die beiden Länder sollten sich gemeinsam auf einen konkreten Standort verständigen. Auf dieser Basis werde der Bund seine Entscheidung treffen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) machte zuletzt keinen Hehl daraus, welchen Ort er favorisiert: Aus seiner Sicht ist der beste Standort der Flughafen Leipzig-Halle, sagte er Anfang der Woche bei einem Termin in Böhlen.

Der Airport bietet Platz, ist gut an Straße und Bahnnetz angebunden und liegt an der Grenze beider Bundesländer - allerdings auf sächsischer Seite. Der Flughafen bekam auch den Auftrag, ein Ansiedlungskonzept zu erarbeiten, wie Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag) sagte. Das sei aber noch keine Entscheidung für den Standort, betonte er.

Nach Angaben der Leiterin des Aufbaustabs für die neue Bundesagentur, Myriam Boeck, soll im April Klarheit herrschen. Sie sei mit Sicherheitsexperten noch dabei, sich unterschiedliche Standorte anzusehen, sagte sie dem MDR. Der Flughafen sei nicht ausgeschlossen, allerdings sei er von ihrem Team noch nicht auf sicherheitsrelevante Aspekte hin untersucht worden.

Die neue Agentur soll in den nächsten fünf Jahren mit 200 Millionen Euro und 100 Mitarbeitern ausgestattet werden. Ihre Aufgabe ist es, Forschung und Entwicklung für mehr Internetsicherheit voranzubringen.

Bericht von MDR Aktuell