Berlin (dpa) - Der Deutschrock-Musiker Marius Müller-Westernhagen (70) hatte mit seinem Lied "Freiheit" keine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Sinn. "Ich kann dafür die Lorbeeren einfach nicht entgegennehmen", sagte er am Freitag in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der zwei Jahre vor dem Mauerfall vom November 1989 veröffentlichte Song hatte sich in der Wende-Zeit eingebrannt durch Zeilen wie "Alle, die von Freiheit träumen/sollten's Feiern nicht versäumen/sollen tanzen auch auf Gräbern".

Müller-Westernhagen sagte in dem dpa-Interview: "Wenn du Songs schreibst, lässt du sie frei." Dann nähmen sie ihren Weg. "Ich hatte Glück, dass so viele Menschen sich das zu eigen gemacht haben." Der Sänger fügte hinzu: "Lieder können keine Revolution veranstalten, aber sie können emotional Push geben. Wenn es das getan hat, bin ich sehr glücklich darüber. Es war aber nicht meine Absicht."

Er habe das Lied viele Jahre nicht gesungen. "Ich mochte einfach nicht, dass man anfängt, das Stück auszunutzen und inflationär darzustellen." In der augenblicklichen Situation habe der Song wieder eine Geltung. Müller-Westernhagen: "Deswegen werde ich ihn jetzt auch wieder mal spielen." Dafür werde er an den Arrangements etwas ändern und dabei versuchen, ein bisschen zu überraschen und eine andere Farbe für das Lied zu bekommen.

Freiheit