Magdeburg (dpa/sa) - Die coronabedingten Einschränkungen des Hochschulbetriebs sollen für Studierende in Sachsen-Anhalt keine negativen Folgen haben. Das vor allem online abgehaltene Sommersemester solle nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden, sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag. Das komme zum Beispiel all jenen zugute, die für ihr Studium staatliche Bafög-Unterstützung erhalten. Eine entsprechende Gesetzesänderung wolle er zeitnah vorlegen.

Bei Studiengängen ist festgelegt, in wie vielen Semestern die Inhalte gelernt und die Prüfungen abgelegt werden sollten. Wird dieser Rahmen weit überzogen, kann die Bafög-Förderung gestrichen werden. Ein Entgegenkommen soll es auch bei Prüfungen geben, die im Sommer abgelegt wurden. "Wer Prüfungen abgelegt hat, hat sie abgelegt, wo sie bestanden sind, zählen sie", sagte Willingmann.

Wer hingegen durchgefallen ist, soll die Prüfung annullieren lassen können. Das ist vor allem für Studiengänge wichtig, in denen wichtige Prüfungen nicht beliebig oft wiederholt werden dürfen. Die Abstimmungen mit den Hochschulen dazu laufen laut Minister noch.

In Sachsen-Anhalt wie in ganz Deutschland gelten seit März strenge Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Deswegen wurden die Vorlesungen und Seminare an den Unis und Fachhochschulen größtenteils in Online-Kurse umgewandelt. "Das Online-Semester ist ganz gut gelaufen, aber es war kein Vollzeitsemester", sagte Willingmann.