Wernigerode/Braunlage (dpa) - Zum 1. Mai war im Harz wieder die Hölle los: Zehntausende Hexen und Teufel feierten in der Nacht zu Dienstag rund um den Brocken die traditionelle Walpurgisnacht. Schon am Montagnachmittag versammelten sich in mehr als 20 Orten Zehntausende als Hexen und Teufel verkleidete Menschen. Der Harzer Tourismusverband erwartete etwa 50 000 Menschen. Abends wurde um die Lagerfeuer getanzt - eine Tradition, die den Winter vertreiben soll.

In Wernigerode stürmten die Hexen zunächst das Rathaus, bevor sie sich auf den Weg durch den Ortskern machten. Die größten Feste gab es in Bad Grund, Braunlage, Hahnenklee, Sankt Andreasberg, Wolfshagen, Schierke und Thale in Sachsen-Anhalt. Allein dort wurde die Zahl der zum Teil mit viel Aufwand und Fantasie verkleideten Feiernden auf rund 10 000 Einheimische und Besucher geschätzt. Der bei dem Ort gelegene Hexentanzplatz galt einst als Kultstätte, an der Feste zu Ehren von Naturgöttern abgehalten wurden.

"Es gab so gut wie keine Störungen", sagte am Dienstag Thomas Springer vom Polizeirevier Harz. "Die Sicherheitsdienste haben die Lage im Griff gehabt."

Die Walpurgis-Feiern gehen auf heidnische Frühlingsfeste zurück. Später ließ die Kirche am 30. April den Geburtstag der heiligen Walpurga feiern - der Schutzpatronin gegen Aberglauben und Geister. Hexen galten als Menschen, die den Teufel verehren und ihm entsprechend huldigen.