Burg l Um kurz nach 11 Uhr läuteten die Glocken auf dem Dach der Evangelischen Grundschule – zum letzten Mal. Sie waren der Abschiedsgruß für Schüler und Lehrer, die sich zu Fuß auf den Weg zum neuen Standort in der Burger Innenstadt machten. „Heute ist der letzte Tag angebrochen und das macht schon ein bisschen traurig“, hatte Superintendentin Ute Mertens zuvor n einer Andacht gesagt. Nach zehn Jahren sei es nun soweit, manchmal brauche es etwas Zeit, bis man loslassen kann. „Aber wir dürfen auch etwas mitnehmen, das Vertrauen auf Gott“, munterte sie auf.

Am Morgen hatten sich die Jungen und Mädchen Gedanken darüber gemacht, was sie nicht mitnehmen, was sie im alten Gebäude zurücklassen wollen. Diese Dinge wurden auf Zettel geschrieben, auf dem Schulhof eine Feuerschale entzündet. In die Flammen wanderte dann Negatives wie Streit oder auch Erinnerungen, die ärgern oder traurig machen. Dann setzte sich der Tross in Bewegung.

Unterstützung von beiden Standorten

Zu dem gehörten auch Ferdinand Kiderlen und Simone Graßmann. Sie bilden derzeit die „Schulleitung bis auf Weiteres“, wie sie es selbst nennen. Parallel leiten sie die Evangelische Sekundarschule in Magdeburg. „Einer von uns beiden ist aber eigentlich jeden Tag in Burg“, sagte Kiderlen. Bislang laufe das Modell sehr gut, da sie Unterstützung von beiden Standorten bekämen. Es solle später überlegt werden, ob dieses Konstrukt bleiben solle oder die Burger Grundschule wieder autark geführt werde. Gerüchten, Schulleiterin Heike Engelke sei gekündigt worden, widersprachen sie. „Wir freuen uns schon darauf, dass sie wieder ins Team zurückkehrt“, sagten sie.

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Um 12 Uhr läuteten wieder Glocken. Diesmal die von der Oberkirche Unser Lieben Frauen, in der am 30. Oktober ein Gottesdienst zur Schuleröffnung gefeiert wird. Da war der Umzugs-Zug schon in Sichtweite des neuen Gebäudes. „Wir ziehen um“, schallte es auf der Schartauer Straße. Auf dem Schulhof packte die Gruppe, die vom Fördervereinsvorsitzenden Eckart Grundmann erwartet worden war, die Dinge aus, die sie aus der alten Schule mitgenommen hatten, die nicht in Flammen aufgehen sollten. Dazu gehörte eine Menge Spielzeug und ein überdimensionaler Schlüssel als Symbol für den Einzug.

Längere Herbstferien

Der findet allerdings erst am 26. Oktober statt. „In Absprache mit dem Schulamt haben wir eine Woche länger Herbstferien“, erklärte Kiderlen im Gespräch mit der Volksstimme. „Heute gehört die Schule noch den Bauarbeitern, ab Montag dem Umzugsunternehmen“, erklärte die Superintendentin der Runde. Mit einer Andacht um 8 Uhr werde die Schule dann nach den Herbstferien beginnen. Und vier Tage später feierlich eingeweiht. Die Festgäste werden an diesem Tag auch die Möglichkeit haben, sich in der neuen Schule umzusehen.

Ein Tag der offenen Tür sei wegen der Pandemie derzeit nicht möglich, aber natürlich sollen auch die Burger die Gelegenheit bekommen, sich das neue Gebäude anzusehen. „Allein schon für die ehemaligen Schüler der Clara-Schwab-Schule wird es doch spannend sein, u sehen, was Neues an alten Stellen steht“, meinte Sabine Graßmann.