Neun-Tore-Spektakel in Fürth Gezaubert, gepatzt, gezittert: FCM gewinnt furioses Kellerduell
Der 1. FC Magdeburg hat ein denkwürdiges und komplett verrücktes Kellerduell bei der SpVgg Greuther Fürth am Freitagabend mit 5:4 gewonnen.

Magdeburg - Dank eines offensiven 20-Minuten-Feuerwerks hat der 1. FC Magdeburg das Kellerduell der 2. Bundesliga gewonnen und den Absturz auf Rang 18 verhindert.
Am Freitagabend gewann der FCM mit 5:4 (5:3) bei der SpVgg Greuther Fürth und siegte trotz katastrophalem Abwehrverhalten bei Eckbällen und einer fast noch verspielten Vier-Tore-Führung.
Trainer Petrik Sander nahm gegenüber dem 1:2 gegen Hannover 96 in der Vorwoche zwei Startelf-Wechsel vor. Jean Hugonet und Rayan Ghrieb ersetzten Falko Michel (fehlte angeschlagen) und Philipp Hercher (Bank).
Atik glänzt als Vorbereiter, Zukowski als Torschütze
Last-Minute-Neuzugang Richmond Tachie nahm zunächst auf der Bank Platz. "Der Transfer war einfach zu spät, er hat noch keine Bindung zur Mannschaft", sagte Sander über seine Personalauswahl.
Stimmen zum FCM-Sieg in Fürth: "Absoluter Wahnsinn" im Kellerduell
Neun Tore hatte es im Hinspiel zwischen beiden Vereinen gegeben, das der FCM dramatisch mit 4:5 gegen Fürth verloren hatte. Und auch am Ronhof wurde es wild und spektakulär.
Die Gastgeber nutzen nach einem Eckball einen Fehler von Keeper Dominik Reimann, Brynjar Ingi Bjarnason sorgte per Kopf für das schnelle 1:0 (8.). Geschockt war der FCM aber nicht, im Gegenteil: Die Antwort folgte sofort und fiel drastisch aus.
Eine Flanke von Ghrieb wurde von Reno Münz entscheidend abgefälscht zum Ausgleich (13.). Hatte der FCM beim Eigentor noch Glück, waren die nächsten Aktionen von hoher Qualität. Nach einem Ballgewinn spielte Laurin Ulrich Mateusz Zukowski frei, der die Partie mit dem 2:1 drehte (15.).
Fürther Eckbälle werden zum Horror für Reimann und den FCM
Und damit brachen alle Dämme. Baris Atik bediente erst Ghrieb zum 3;1 (23.), dann Zukowski zum 4:1 (29.) und gleich noch einmal den Polen zum 5:1 (32.). Magdeburgs Offensive zerlegte die komplett überforderte Fürther Defensive binnen 20 Minuten in ihre Einzelteile. Die Entscheidung? Von wegen!
Denn Treffer Nummer sieben ging an Fürth und war fast eine Kopie des 1:0. Wieder war es eine Ecke, wieder verlor Hugonet das Duell und wieder sah Reimann unglücklich aus. Dieses Mal war Dion Arifi der Nutznießer (43.) und leitete eine furiose Aufholjagd ein.

In der Nachspielzeit führte die nächste Fürther Ecke zum 3:5 durch Jan Elvedi, weil Reimann im dichten Gewühl wieder unter dem Ball durchtauchte und auch kein Abwehrspieler klären konnte. Es war der Schlusspunkt einer unglaublichen ersten Hälfte mit acht Toren.
Offener Schlagabtausch zwischen Fürth und Magdeburg
Doch ging es gleich nahtlos weiter, weil der FCM defensiv von der Rolle war. Nach Blackout-Rückpass von Atik stand Sayfallah Ltaief frei vor Reimann und lupfte den Ball zum 4:5 ins Tor (47.). Das Kellerduell war damit endgültig wieder offen, das Stadion tobte.
Fürth drängte auf den Ausgleich, Magdeburg hielt dagegen, wirkte aber schon lange nicht mehr souverän. Tachie gab in der Schlussphase noch sein Debüt und half, den knappen Sieg am Ende über die Zeit zu retten.
Tief in der Nachspielzeit köpfte Alexander Nollenberger den Ball nach einem weiteren Fürther Eckball noch von der Torlinie und verhinderte zusammen mit dem dann zupackenden Reimann den Ausgleich. Der Schlusspfiff war eine Erlösung nach dieser verrückten Partie im Abstiegskampf.
Für den FCM geht es in der 2. Bundesliga am 15. Februar mit dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld weiter (13.30 Uhr, live bei Sky).
Statistik: SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Magdeburg 4:5 (3:5)
SpVgg Greuther Fürth: Schlieck - Dehm (46. Futkeu), Bryn. Bjarnason (89. Srbeny), J. Elvedi, Münz - Arifi (79. Avlayici), Will - Keller, Hrgota, Dardari (37. Ziereis) - Ltaief (79. Varela)
1. FC Magdeburg: Reimann - Musonda (60. Hercher), Hugonet, To. Müller (46. M. Breunig), Nollenberger - Ulrich, Mathisen, Stalmach - Ghrieb (79. Tachie), Zukowski (88. Gnaka), Atik (88. Bockhorn)
Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen)
Zuschauer: 11.061
Tore: 1:0 Bryn. Bjarnason (8.), 1:1 Münz (13./Eigentor), 1:2 Zukowski (15.), 1:3 Ghrieb (23.), 1:4 Zukowski (29.), 1:5 Zukowski (33.), 2:5 Arifi (43.), 3:5 J. Elvedi (45.+5), 4:5 Ltaief (47.)
Gelbe Karten: Dehm (6) / To. Müller (4), Musonda (6)