Fußball

Gernot Rohr zu WM-Plänen: Meiste Trainer in Afrika dagegen

Von dpa 25.10.2021, 17:50 • Aktualisiert: 25.10.2021, 17:53
Nigerias Nationaltrainer Gernot Rohr.
Nigerias Nationaltrainer Gernot Rohr. Oliver Weiken/dpa

Berlin - Nigerias Fußball-Nationaltrainer Gernot Rohr sieht die Pläne der FIFA für eine Verkürzung des WM-Rhythmus von vier auf zwei Jahre kritisch.

Irgendwann müsse auch mal Schluss sein, „man kann nicht immer nur nach Fernsehgeldern Ausschau halten. Man muss auch wirklich mal auf die Gesundheit der Spieler achten“, forderte der gebürtige Mannheimer in der Sendung „Sport am Sonntag“ des Deutschlandfunks.

Der Terminkalender sei schon so voll. „Wir haben jetzt zum Beispiel den Afrika Cup im Januar, das kann sechs Wochen dauern. Und im November haben wir dann hoffentlich die WM“, sagte der 68-Jährige mit Blick auf das kommende Jahr mit der Weltmeisterschaft in Katar als Höhepunkt. „Da ist kaum noch Platz, um andere Spiele zu bestreiten.“ Es müsse viel von den Spielern abverlangt werden, um dem neuen FIFA-Kalender gerecht zu werden. „Also, ich glaube, die meisten Trainer sind auch in Afrika dagegen.“

Eine Technische Beratungsgruppe des Weltverbands um Direktor Arsène Wenger hatte die WM-Ausrichtung alle zwei Jahre vorgeschlagen, auch der Rhythmus der Kontinentalturniere wie der EM würde dabei verkürzt. Abgelehnt werden die Pläne vor allem von der Europäischen Fußball-Union UEFA und vom Kontinentalverband Südamerikas. Dagegen kommt Unterstützung von den afrikanischen und asiatischen Verbänden.

„Die afrikanischen Verbände sind nicht so reich wie die europäischen oder amerikanischen“, erklärte Rohr die besondere Situation im Fußball Afrikas. Eine WM bringe schon „bei einer Teilnahme einen Geldregen, mit dem der Verband dann die Nationalmannschaften unterhalten muss, auch die U23, die U17 und die Frauen“.