Oh, wie ist das schön! Die Handballer des SC Magdeburg verabschieden sich mit einem hart erkämpften, aber am Ende hochverdienten Sieg in die Winterpause. Vor 7200 Zuschauern in der erstmals seit dreieinhalb Jahren ausverkauften Bördelandhalle wurde gestern Abend die SG Flensburg-Handewitt mit 34:29 (13:12) bezwungen.

Magdeburg. Während Eijlers in der ersten und Quenstedt in der zweiten Hälfte zwischen den Pfosten die Akzente setzten, überzeugte Weber als Torjäger vom Dienst (10/5). Entsprechend resümierte Trainer Carstens als ausschlaggebende Punkte für den Sieg: Mit dem Torwartwechsel kamen auch "die entscheidenden Ballgewinne", sein Rechtsaußen Weber erreichte wieder eine "sehr gute Trefferquote". Und überhaupt steigerten sich Carstens Schützlinge im Vergleich zur ersten Halbzeit und zum Gegner nach dem Wechsel deutlich in der Angriffsleistung.

Die Gäste aus dem hohen Norden waren von ihrem neuen Coach auf Revanche programmiert worden, hatte man doch bereits das Hinspiel in der Förde überraschend mit 29:33 verloren. "Damals hatten wir keine Chance", erinnerte sich Ljubomir Vranjes vor der Partie. "Diesmal sind wir optimal vorbereitet auf das, was uns erwartet", glaubte der kleine Schwede, sein Team besser auf die Hausherren eingestimmt zu haben als sein Vorgänger Per Carlen. "Aber keiner will das letzte Spiel des Jahres verlieren, und der SCM wird vor ausverkaufter Halle noch einmal richtig heiß sein", so Vranjes.

Allerdings sprach der "dröge" , ereignisarme Beginn dagegen. Die Magdeburger wirkten wie müde Krieger: leblos und ohne Power. Vor allem der Abwehr gelang es nicht, das gewohnte Feuer zu entfachen. So konnten die Gäste vorlegen – 2:4 (7.). Und die Hausherren durften sich bei ihrem zuletzt in der Kritik stehenden Keeper Gerrie Eijlers bedanken, dass sie nicht gleich zu Beginn hoffnungslos in Rückstand gerieten. Die Paraden des Niederländers gaben dem SCM die Zeit, seinen Rhythmus zu finden.

Nach 15 Minuten war man auf Betriebstemperatur. Natek glich zum 5:5 und 6:6 aus, Grafenhorst erzielte mit dem ersten bis zum Ende durchgezogenen Magdeburger Konter beim 7:6 (16.) die erste Führung. Es blieb eine enge Kiste. Zwar gelang es Flensburg den 8:9-Rückstand (20.) durch drei Tore am Stück in ein 11:9 (24.) zu drehen, doch nach einer Auszeit war der Kampfgeist der Magdeburger wie durch Zauberhand geweckt. Nicht lockerlassend, wurde das Blatt abermals gewendet. Endlich sprang auch der Funken auf die vollbesetzten Ränge über, und so gingen die Gastgeber mit einem – wenn auch knappen – 13:12 in die Kabine.

In der zweiten Hälfte gelang es zunächst keinem Team, sich abzusetzen (19:19/42.). Dann aber ging ein Ruck durch die Magdeburger Reihen – angefangen vom inzwischen eingewechselten, starken Quenstedt (neun Paraden) über Wiegert, der in Unterzahl das 28:25 (54.) erzielte, den sicheren Siebenmeterschützen Weber, bis hin zu Spielmacher Tönnesen (fünf Tore). Als Weber fünf Minuten vor Schluss zum 30:25 einnetzte, war klar, die hart erkämpfte Führung würde sich der SCM diesmal nicht mehr nehmen lassen.

Magdeburg: Eijlers, Quenstedt – Wiegert 4, Doborac, Rojewski 3, Landsberg, van Olphen 1, Hornke, Natek 4, Grafenhorst 4, Tönnesen 5, Weber 10/5, Jurecki 3, Kupfer.

Flensburg: Beutler, Rasmussen – Carlen 1, Djordjic, Fahlgren, Karlsson, Mocsai 1, Mogensen 10, Szilagyi 2, Eggert 8/5, Svan Hansen 1, Heinl 2, Knudsen 3, Boesen 1.

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen). Zuschauer: 7200. Siebenmeter: SCM 5/5; Flensburg 5/5. Zeitstrafen: SCM 3; Flensburg 2