Flensburg l Als Matthias Musche in Flensburg wenige Sekunden vor Schluss zum 31:28 traf, brachen die Emotionen auf der SCM-Bank los. Trainer Bennet Wiegert ballte die Fäuste, schrie seine Freude raus und klatschte schon da mit seinen Jungs ab. Nach der Schlusssirene kannte der Jubel keine Grenzen. Die Spieler hüpften wie kleine Kinder über die Platte und ließen sich von den vielen mitgereisten Fans feiern. In einem irren Spiel warfen die Magdeburger den Meister aus dem DHB-Pokal und können heute auf ein gutes Los für das Viertelfinale hoffen.

SCM-Torwart Quenstedt überragend

„Ich bin unheimlich stolz. Wir haben es geschafft, unser Spiel durchzuziehen. Während sich Flensburg jedes Tor hart erarbeiten musste, haben wir immer wieder knallharte Nadelstiche gesetzt“, lobte Wiegert. Und am Ende gab wie von ihm prophezeit das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr zugunsten des SCM den Ausschlag. Zwischen den Magdeburger Pfosten stand aber völlig überraschend Dario Quenstedt – und hat das mit einer überragenden Leistung gerechtfertigt. Die wichtigste seiner elf Paraden legte er drei Minuten vor Schluss hin. Da verhinderte er beim 28:28 gegen Jim Gottfridsson einen Rückstand und der SCM ging danach durch einen von Matthias Musche verwandelten Siebenmeter selbst mit 29:28 in Führung, die nicht mehr her gegeben wurde.

Begonnen hatten beide Teams ziemlich nervös und leisteten sich auch ungewöhnlich viele Fehler. So waren nach fünf Minuten beim Stand von 1:1 gerade mal zwei Tore gefallen. Danach ging das Spiel hin und her. Flensburg ging in Führung, der SCM glich postwendend aus. Marko Bezjak sorgte zwei Minuten vor der Pause dann aber sogar für die erste Zwei-Tore-Führung (15:13).

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SCM-Schrecksekunde

Danach mussten die Gäste eine Schrecksekunde hinnehmen. Albin Lagergren knickte mit dem Fuß um und musste auf der Platte behandelt werden. Aber in der Pause lief sich der Schwede wieder ein, während Wiegert seine Mannschaft für neue Taten einstellte.

Grün-roter ICE

Und ab ging der grün-rote ICE. Nach einer Viertelstunde waren die Magdeburger sogar auf vier Tore weg und führten mit 26:22. Doch die Hölle Nord gibt sich erst geschlagen, wenn der Gegner im Bus auf der Heimreise ist. Innerhalb von zehn Minuten glichen die Flensburger zum 28:28 aus. Jetzt wurde das Spiel endgültig zu einem absoluten Krimi. In dem der Tabellenführer aber kräftig Nerven zeigte und die Gäste eiskalt ihre Chancen nutzten. „Hier zu gewinnen, ist der absolute Wahnsinn. Das war überragend von uns“, so Robert Weber, der ebenfalls überraschend von Beginn an spielte und mit acht Toren sogar bester Werfer des Abends war. Und Marko Bezjak: „Ein geiles Spiel mit einem verdienten Sieg für uns. Jetzt wollen wir noch mehr. Denn die Stadt Magdeburg und unser Verein hat endlich wieder einen Titel verdient.“

 

SG Flensburg-H. - SC Magdeburg 28:31 (15:16).

Flensburg: Wanne (7/3), Glandorf (5), Zachariassen (3), Hald Jensen (3), Johannesson (3), Gottfridsson (3), Svan (2), Steinhauser (1), Lauge Schmidt (1) 
SC Magdeburg: Weber (8/3), Lagergren (8/1), Bezjak (5), Musche (4/2), Plaza Jimenez (2), Christiansen (2), Musa (2)
Zuschauer: 5330
Schiedsrichter: Hanspeter Brodbeck (Reutlingen) / Simon Reich (Metzingen) 
Siebenmeter: Flensburg 3/3 - SCM 7/6
Zeitstrafen: Flensburg 5 - SCM: 3