Magdeburg l Der eine oder andere SCM-Fan dürfte sich wohl sogar schon eine Karte für das eigentlich an diesem Wochenende vorgesehene Final-Four-Turnier um den EHF-Cup in der Berliner Max-Schmeling-Halle besorgt haben. Und die Chancen standen nicht schlecht, dass sich heute eine grün-rote Fan-Karawane auf den Weg in die Hauptstadt macht. Durch die Corona-Krise kam aber alles ganz anders.

Umso größer ist die Vorfreude auf die nächste Saison, wenn der SCM in der neuen European Handball League (EHL) an den Start geht. Weil die Champions League auf nur noch 16 Teams reduziert wird und dort mit Kiel und Flensburg schon zwei deutsche Teams dabei sind, kann sich der SCM den Antrag auf eine Wildcard sparen. Aber die EHL hat auch ihren Reiz, bringt künftig mehr und attraktivere Spiele als der bisherige EHF-Cup und garantiert auch mehr Einnahmen.

Wettbewerb wird aufgewertet

„Ich finde es gut, dass die EHF da etwas verändert und einen interessanten Wettbewerb geschaffen hat. Weil wir dort ja auch auf einige Meister aus anderen Ländern treffen können, wird dieser Wettbewerb aufgewertet und bekommt ein bisschen Champions-League-Niveau“, freut sich SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Während die Bundesliga-Teams im EHF-Cup bisher in der 3. Quali-Runde eingestiegen sind und es dann eine Gruppenphase mit jeweils nur vier Teams in vier Gruppen gab, gibt es im neuen Wettbewerb nach zwei Qualirunden eine Gruppenphase mit jeweils sechs Teams in vier Gruppen. Und der SCM hat als eines von zwölf gesetzten Teams das Ticket dafür auch schon sicher.

Wirtschaftlich reizvoll

Neben sechs Meistern aus einem Verband ohne Platz in der Champions League, fünf Zweit- oder Drittplatzierten aus den Ländern, die im EHF-Ranking auf Rang eins bis neun stehen, ist auch ein Ticket für das Land reserviert, das in den letzten drei Jahren die meisten EHF-Cup-Titel gewann. Und weil die letzten drei EHF-Cup-Sieger Kiel, Füchse und Göppingen heißen, kann der SCM als Bundesliga-Dritter fest mit der Gruppenphase planen.

Wirtschaftlich ein ganz wichtiges Fundament. Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Die Gruppenphase garantiert fünf Heimspiele und bei diesem Teilnehmerfeld auch attraktive Gegner.“ Anders als im EHF-Cup wird die European League künftig auch teilweise zentral vermarktet. Schmedt: „Es gibt einen zentralen Hallenboden, wo wir noch zwei Aufkleber selbst verkaufen können.“ Auch bei der Bandenwerbung gibt es größtenteils zentrale Partner über die EHF und mit DAZN einen TV-Partner, der alle Spiele live überträgt. Dadurch erhalten die Teams künftig auch einen fixen Zuschuss für die Reisekosten bei Auswärtsspielen. Im Gespräch sind da insgesamt rund 50 000 Euro.

Spieltermin ist dienstags

Während es im EHF-Cup bisher nur richtig lukrativ war, ins Final-Four-Turnier zu kommen, wo der Sieger eine Prämie von 100.000 Euro und der Vierte noch 10.000 Euro erhielt, gibt es jetzt auch schon Prämien in der Gruppenphase. Ein souveräner Gruppensieger könnte sich so rund 15.000 Euro an Zusatzeinnahmen erpunkten. Und durch das Achtelfinale gibt es künftig eine zusätzliche spannende K.o.-Runde.

Fester Spieltermin ist künftig übrigens der Dienstag. Über die genaue Zusammensetzung der neuen internationalen Wettbewerbe wird die EHF aber erst im Juli entscheiden, weil erst Ende Juni die Meldefrist abläuft. Spannend wird sein, wie im Falle Ungarns entschieden wird. Weil die Saison abgebrochen wurde, ohne einen Meister zu küren, hofft die Liga, dass die zwei punktgleichen Spitzenteams Veszprem und Szeged in der Champions League starten dürfen.

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