Magdeburg l Beim Fußballspiel in Möser war an Erik Schmidt kaum ein Vorbeikommen. Zusammen mit Moritz Preuss bildete er am Sonnabend beim 5:2 im Spaß-Kick gegen Grün-Weiß das Innenverteidiger-Duo. Und Schmidt war beeindruckt nach seinem ersten Auftritt im grün-roten Trikot: „Dass hier rund 1000 Leute zu einem Fußballspiel der Handballer kommen, ist phänomenal und zeigt, was hier für eine Euphorie rund um den SCM herrscht.“

Schmidt für die Abwehr

Abräumen soll der 26-Jährige künftig natürlich mit den Händen. Wenn Zeljko Musa eine Pause braucht, dann sollen sich Schmidt und Preuss die Rollen am eigenen und gegnerischen Kreis teilen. „Durch Erik Schmidt erhoffen wir uns speziell in der Abwehr eine Entlastung für Zeljko Musa“, sagt Trainer Bennet Wiegert.

Kreisläufer mit Gardemaß

Schmidt bringt mit 2,04 Meter für den Innenblock ein Gardemaß mit. Doch ob es am Ende auch genug Einsatzzeiten werden für ihn, damit beschäftigt sich Schmidt nicht mal im Ansatz. „Unsere Position ist körperlich so anstrengend, dass es wichtig und gut ist, wenn wir da rotieren können. Außerdem spielen wir nächste Saison in drei Wettbewerben und haben uns dort auch eine Menge vorgenommen.“

Für Erik Schmidt soll es eine Saison werden, in der er den Spaß am Handball wiederfinden will. Denn bei den Füchsen in Berlin lief es für den gebürtigen Mainzer zuletzt nicht wie erhofft. Obwohl er noch ein Arbeitspapier bis 2020 hatte, waren sich beide Seiten im Frühjahr schnell einig, den Vertrag vorzeitig aufzulösen.

Füchse taktisch anders aufgestellt

„Er hat taktisch nicht mehr so richtig in unser System gepasst. Da sind wir mit Jakov Gojun und Mijajlo Marsenic anders ausgerichtet. Und er hat nach seinem Wechsel aus Hannover zu uns leistungsmäßig nicht den Schritt gemacht, den wir uns erhofft hatten. Ein neuer Verein tut ihm da vielleicht ganz gut“, erklärte Füchse-Manager Bob Hanning.

Schmidt vom SCM begeistert

Dass der SCM zunächst nur einen Vertrag für ein Jahr bot, war für den Kreisläufer auch deshalb kein Problem. Schmidt sucht eine neue Herausforderung und will es in Magdeburg richtig wissen. „Bei den Gesprächen mit dem SCM hat es sofort gepasst“, sagt er. „Da musste ich wirklich nicht lange überlegen. Zwischen unserem ersten Kontakt und meiner Entscheidung lagen nur sieben Tage.“

Und bei einem Jahr soll es auch nicht bleiben. „Wir wollen erst einmal sehen, was wir voneinander haben“, hatte SCM-Trainer Bennet Wiegert bei der Vertragsunterschrift gesagt.

Traum vom Titel

Nachdem Schmidt mit den Füchsen im Mai 2018 den EHF-Cup ausgerechnet in der Getec-Arena gewann, will er natürlich auch als Magdeburger gerne einen Titel gewinnen. „Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, dann ist in der nächsten Saison vieles möglich. Das hat der SCM ja schon letztes Jahr vor allem zu Saisonbeginn gezeigt.“ Und auch wenn in Berlin für ihn zuletzt nicht alles perfekt lief, muss er in der Getec-Arena nicht das Handballspielen neu lernen.

Vor drei Jahren Europameister

Vor drei Jahren gehörte er zum Europameisterteam. Und dazu bringt er aus Ludwigshafen, Hannover und Berlin die Erfahrung von 159 Spielen mit, in denen er 276 Tore geworfen hat. Auf dem Trikot trug er da zuletzt die Nummer 28. Aus Respekt vor Robert Weber, der diese Nummer beim SCM hatte, entschied sich Schmidt für die 21.

Und wie heiß er auf die Chance in Magdeburg ist, zeigt auch der Umzug an die Elbe. Obwohl seine Freundin Lisa beruflich in Berlin eingebunden ist und Schmidt ja nur einen Vertrag für eine Saison hat, haben beide den festen Wohnsitz nach Magdeburg verlegt. Damit er sich voll auf den Sport konzentrieren kann, übernimmt seine Freundin die Pendelei zwischen Magdeburg und der Hauptstadt.