Magdeburg l Kein Erbarmen mit dem alten Rivalen – so hieß das Motto vor dem Spiel des SC Magdeburg gegen den VfL Gummersbach. Am Ende waren die Grün-Roten vor 6404 Zuschauern in der Getec-Arena dann aber ziemlich gnädig und siegten lediglich 29:24 (14:12). Matthias Musche hatte beim SCM die meiste Lust aufs Torewerfen und traf acht Mal.

„Wir haben gegen eine Mannschaft gewonnen, die ums Überlegen kämpft“, sagte Trainer Bennet Wiegert bei Sky zufrieden. „Ich weiß, dass wir besser spielen können, aber ich bin nicht unzufrieden.“

Auszeit tat SCM nicht gut

Wenn eine Gästeteam schon nach gut vier Minuten die erste Auszeit nehmen muss, dann sagt das alles über den Start des SC Magdeburg in die Partie gegen Gummersbach. 4:0 hieß es da dank dreier Glanzparaden von Torwart Jannick Green sowie Toren von Robert Weber (2), Matthias Musche und Zeljko Musa. Es war also schon früh alles für ein echtes Schützenfest angerichtet. Aber die kurze Pause tat den Gastgebern gar nicht gut. Denn nach zwölf Minuten hieß es nur noch 5:4.

Und das Wechselbad ging weiter: Die Magdeburger schüttelten sich kurz und zogen mit einem überragenden Green im Tor – in der Anfangsviertelstunde mit fünf Paraden und einem gehaltenen Siebenmeter – wieder auf 8:4 (15.) davon. Als es wieder enger wurde, begann der SCM mit dem Rotieren. Bis dahin hatten nur Marko Bezjak und Piotr Chrapkowski, der mit getaptem Knie doch spielen konnte, gewechselt. Nun kamen auch Justin Kurch in der Offensive für Musa und Michael Damgaard in der Offensive für Christian O‘Sullivan oder Chrapkowski wechselseitig auf die Platte.

Fernduell offen

Weil Damgaard aber erst einmal ein Fehlwurf unterlief, gab es bei der Rückkehr zur Bank sogar einen Schubser von Trainer Bennet Wiegert.

Trotz des knappen 14:12-Pausenstands hatten die Fans letztlich doch Grund zur Freude: Die Rhein-Neckar Löwen lagen zeitgleich mit 15:17 in Göppingen zurück. Das Fernduell um Rang drei war zumindest zu diesem Zeitpunkt wieder offen.

SCM zeigt Reaktion

Allerdings: Dafür musste auch der SCM noch einmal eine Schippe drauflegen, denn Gummersbach erzielte prompt den Anschluss- und Führungstreffer. Eirik Köpp traf dabei zweimal aus dem Rückraum.

Der SCM war mehr als gewarnt und zeigte endlich die entsprechende Reaktion. Mit Tempo legten Musche und Chrapkowski den Grundstein für den Sieg, schraubten den Vorsprung auf 18:15 hoch, ehe Damgaard sogar noch einen Treffer draufsetzte (19:15/42.). Dieser 5:0-Lauf sollte Sicherheit bringen.

Bransche mit letztem Tor

Doch Gummersbach ließ sich wieder nicht abschütteln. Beim 21:20 (48.) kam die Mannschaft von Torge Greve noch einmal nah ran, die Magdeburger behielten aber die Nerven. Selbst als Musa nach drei Zweiminuten-Strafen die Rote Karte sah. Jungstar Hannes Bransche erzielte mit seinem ersten Bundesliga-Tor den 29:24-Endstand.