Magdeburg l In den Gesichtern der Handballer des SC Magdeburg war am Freitagabend deutlich abzulesen, dass die neue Bundesliga-Saison starten kann. „Diese Leistung sollte uns Sicherheit geben. Zum Zurücklehnen gibt es allerdings keinen Grund, weil das Spiel schon noch ein bisschen fehlerbehaftet war. Aber trotzdem können wir mit einem guten Gefühl auf den Donnerstag schauen“, analysierte SCM-Trainer Bennet Wiegert nach dem 28:21 (13:11) gegen Hannover-Burgdorf mit Blick auf das erste Punktspiel gegen den Bergischen HC am Donnerstag in der Getec-Arena.

Bezjak mit gelungenem Comeback

Knapp drei Monate Vorbereitung liegen hinter der Mannschaft. Dabei wurden alle acht Testspiele gewonnen. Positiv für den Saisonstart stimmt auch das Comeback von Marko Bezjak. Der Ideengeber kehrte nach seiner Schulteroperation am Donnerstag beim 36:25 gegen den Dessau-Roßlauer HV auf die Platte zurück und traf einen Tag später gegen Hannover auch schon wieder ins Tor. Bezjak: „Die Schulter macht auch keine Probleme. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Aber ich werde nach der langen Pause natürlich noch ein bisschen Spielzeit brauchen, um wieder bei hundert Prozent zu sein. Aber schön, dass auch die Bundesliga wieder beginnt und es jetzt wieder richtig um etwas geht.“

O’Sullivan lobt Abwehrleistung

Dass die Magdeburger da auch ein ernstes Wörtchen um die Titelvergabe mitsprechen können, haben sie gegen Hannover gezeigt. Die Grün-Roten waren über 60 Minuten fokussiert und gewannen auch in dieser Höhe verdient. „In den Testspielen zuvor hatten wir immer mal längere Phasen drin, wo wir zu viel zugelassen haben. Das war gegen Hannover nicht so. Wir haben nur ganz wenig zugelassen. Nur 21 Tore gegen einen Bundesliga-Konkurrenten zuzulassen, spricht für unsere Abwehrleistung“, ging auch Christian O’Sullivan zufrieden in das freie Wochenende.

Weil die Abwehr gut stand und Jannick Green im Tor mit zahlreichen Paraden glänzen konnte, kamen die Gastgeber immer wieder in ihr Tempospiel, zogen auch deshalb fünf Minuten nach der Pause beim 18:12 schon auf sechs Tore davon. Zwischenzeitlich wurde der Vorsprung sogar bis auf acht Tore (23:15/50.) ausgebaut. Danach leistete sich der SCM aber eine kurze Schwächephase und kassierte einen 0:4-Lauf.

Green und Thulin sind gut drauf

Green: „In der zweiten Halbzeit war das trotzdem sehr ordentlich von uns. Es gibt zwar noch einige Kleinigkeiten, die wir verbessern müssen. Aber man muss auch bedenken, dass wir für Testspiele keine direkte Gegnervorbereitung mit Videos machen. Für uns war viel wichtiger, dass alle zum Einsatz kommen.“ Nur Green selbst hat 60 Minuten durchgespielt. Tobias Thulin durfte dafür gegen Dessau über die volle Distanz ran. Green: „So bekommen wir beide das Gefühl für ein komplettes Spiel. Das ist ganz wichtig für uns.“ Und nicht nur die wenigen Gegentore zeigen, dass der SCM auf der Torwartposition doppelt gut besetzt ist.

Hornke zweimal bester Werfer

Auch in der Abwehr wurden mehrere Varianten probiert, so dass es nicht mehr nur allein auf Piotr Chrapkowski und Zeljko Musa ankommt. Neben Bezjak können die Magdeburger im zentralen Rückraum auch auf die Ideen von Gisli Kristjansson bauen. Und auf den Seiten ging ordentlich die Post ab. Die vier Außenspieler haben gegen Hannover zusammen 16 Tore und gegen Dessau 18 Tore geworfen. Beide Male war Tim Hornke bester Schütze. Gegen Dessau mit zehn Toren, gegen Hannover mit neun Treffern. Auch weil der Rechtsaußen am Siebenmeterpunkt starke Nerven zeigte und elf von 13 Möglichkeiten verwandelte.

Fragezeichen hinter Magnusson

Ein Fragezeichen steht dafür plötzlich hinter Omar Ingi Magnusson. Der Isländer konnte in den letzten beiden Testspielen nur zuschauen. Offiziell nennt der Verein keine Gründe dafür. Es soll sich aber um ein Langzeit-EKG handeln, um zu kontrollieren, ob es bei Magnusson auch keinerlei Nachwirkungen seiner Gehirnerschütterung gibt, die er sich im Frühjahr 2019 im Trikot von Aalborg in der dänischen Meisterschaft zugezogen hatte.

Ob er Donnerstag sein Bundesliga-Debüt geben kann, ist also offen. Hoffen können die Magdeburger aber sogar noch darauf, dass Moritz Preuss seine Knieverletzung rechtzeitig auskuriert und gegen den Bergischen HC als Alternative für den Kreis zur Verfügung steht.

Hoffnung auf mehr Fans

Wenn sich die SCM-Handballer heute nach einem freien Wochenende wieder zum Training treffen, dürfte die Vorfreude auch groß sein, dass am Donnerstag bis zu 2000 Fans in die Getec-Arena dürfen. Gegen Hannover waren es rund 650 Zuschauer, die sich, wie schon bei den Testspielen zuvor, vorbildlich an die Anti-Corona-Regeln hielten. O’Sullivan: „Das war ein deutlicher Unterschied zu den Testspielen in leerer Halle. Und wir hoffen alle, dass wir bald noch mehr Zuschauer begrüßen dürfen.“