Magdeburg l Die Ehrenrunde war trotz des Sieges ziemlich kurz. Und eigentlich war der Gang in die Kabine nach dem 26:23 gegen Porto ja auch eher ein Gang in die Halbzeitpause. „Ich habe nicht umsonst vor Porto gewarnt. Deshalb hätte ich vor dem Spiel einen Sieg mit drei Toren Unterschied auch unterschrieben“, sagte Trainer Bennet Wiegert.

Lagergren krank im Bett

Seine Jungs kamen gegen die groß gewachsenen Gäste schwer in die Gänge und lagen zunächst einmal zurück. Mads Christiansen warf erst in der achten Minute zur ersten Führung der Magdeburger (5:4) ein. Der Däne stand von Beginn an auf der Platte, weil sich Albin Lagergren am Vormittag mit Fieber abgemeldet hatte und daheim im Bett bleiben musste. Als die Schiedsrichter zum großen Ärger der Magdeburger nach 18 Minuten beim Stand von 9:9 einen möglichen SCM-Gegenstoß abpfiffen und eine Auszeit der Portugiesen genehmigten, wurde es auch in der Halle richtig heiß.

Wie erhofft ließen die SCM-Fans ihr Team nicht im Stich und kamen zahlreich in die Halle. Porto-Trainer Magnus Andersson: „Viele Spieler meiner Mannschat haben vor so einer Kulisse noch nie gespielt.“ Die SCM-Fans sorgten also für Eindruck. Und dank einer Parade von Jannick Green und zwei Toren von Christiansen und Matthias Musche zog der SCM auf 11:9 davon.

SCM will auch in Porto siegen

Ruhe kam trotzdem nicht ins Spiel der Gastgeber. Selbst die erfahrenen Musche und Marko Bezjak leisteten sich ungewohnte einfache Fehler. Musche setzte ein Zuspiel auf Daniel Pettersson zu hoch an, Bezjak brachte in Überzahl ein Zuspiel aus wenigen Metern auf Musche nicht an. Wiegert: „Wir sind zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen. Sonst wäre ein größeres Polster möglich gewesen. Aber wenn, wäre, hätte bringt uns nichts. Wir fahren jetzt nach Porto, um auch dort zu gewinnen. Trotz des knappen Resultates sollte es schon unser Anspruch sein, in die Gruppenphase einzuziehen.“

SCM zog davon

Als Musche und Bezjak kurz vor der Pause wieder ihre echte Klasse zeigten, ging es mit einem 14:11 in die Pause. Und aus der kam der SCM mit dem aus der Bundesliga gewohnten ICE-Tempo. Kaum hatte der Hallensprecher die Fans aufgefordert, ihr Team nach vorn zu brüllen, ging es auf der Platte richtig ab. In nur vier Minuten zogen die Gastgeber auf sechs Tore (17:11) davon. Nach 41 Minuten sah es beim 20:13 sogar danach aus, als könnten die Magdeburger einen gemütlichen Ausflug in den Norden Portugals machen. Doch die großgewachsenen Porto-Spieler gaben nie auf, wechselten im Tor den Österreicher Thomas Bauer ein oder stellten geschickt auf den siebten Feldspieler um.

Bauer: „Wir älteren Spieler wussten natürlich, was auf uns zukommt, und haben die ganze Woche lang vor dem Tempospiel des SCM gewarnt. Aber zu Beginn der zweiten Halbzeit hat man gesehen, wie schnell das hier gehen kann. Da hatten wir sogar kurz die Sorge, richtig unterzugehen.“ Doch stattdessen kämpfte sich Porto von Tor zu Tor heran. „Das Wechseln auf den siebten Feldspieler haben sie richtig gut gemacht“, sagte Musche anerkennend. Acht Minuten vor Schluss verkürzten die Gäste plötzlich wieder auf zwei Tore (22:20). Jannick Green meinte: „Ein ganz schwieriges Spiel. Porto hat in der Defensive hart gearbeitet und war an unserem Kreis sehr geduldig. Aber jetzt wissen wir, was uns in einer Woche erwartet. Ziel ist ganz klar: Wir fahren dorthin, um zu gewinnen.“

SCM-Torwart Green ganz stark

Der Däne bot im Tor wieder mal eine sensationelle Leistung, hatte mit 18 Paraden einen großen Anteil daran, dass es nicht noch enger wurde. Green: „Mir kam das gar nicht so vor. Ich hätte auf weniger Paraden getippt.“

Musche bester Werfer

Bester Werfer war Musche, mit acht Toren. Und der Linksaußen wollte den Sieg auch auf keinen Fall kleinreden. „Unser Ziel war, das Spiel zu gewinnen“, sagte er. „Das haben wir geschafft und sollten darauf auch aufbauen und jetzt nicht darüber debattieren, dass ein höherer Sieg natürlich schöner gewesen wäre. Und wichtig ist auch, dass wir nur 23 Gegentore zugelassen haben. Das kann bei der Auswärtstorregel im internationalen Wettbewerb am Ende ganz entscheidend sein.“

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