Magdeburg l Handballer sind es eigentlich gewohnt, in Zweikämpfen richtig zuzupacken und am Kreis richtig eng beieinander zu stehen. Als sich die SCM-Profis gestern noch einmal versammelten, war drei Meter Abstand zwischen jedem einzelnen Spieler angesagt. Das übliche Abklatschen und Umarmungen waren auch verboten. Und statt einer Taktikvorgabe oder Trainingsanweisung ging es beim Treffen gestern Nachmittag darum, welche Auswirkungen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus für die Spieler und Angestellten des SC Magdeburg haben.

Finanzielle Probleme einschränken

„Wir werden die angebotenen staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen und für Spieler und Mitarbeiter jetzt Kurzarbeitergeld beantragen“, erklärte Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt nach dem halbstündigen Gespräch. Um die ohnehin schon auf den Verein zukommenden großen finanziellen Probleme ein bisschen abfedern zu können, soll helfen, dass jetzt zumindest Teile des Gehalts von der Arbeitsagentur übernommen werden.

„Und da wir wie jede andere GmbH auch unsere Sozialabgaben und Steuern bezahlen müssen, ist es völlig legitim, dass wir diese Hilfen jetzt auch in Anspruch nehmen. Und wir reden im Handball nicht über Millionengehälter“, betont Schmedt und verweist darauf, dass es bei der Zahlung von Kurzarbeitergeld ohnehin Grenzen gibt.

SCM-Spieler haben volles Verständnis

Für die SCM-Familie bedeutet das natürlich bei den Gehältern finanzielle Einbußen. Inwieweit die Lücken zumindest teilweise ausgeglichen werden können, wird individuell entschieden. Schmedt: „Bei den Gesprächen gab es auch einen großen Konsens von den Spielern. Da war viel Verständnis und Bereitschaft vorhanden. Jedem ist absolut klar, dass er seinen Teil dazu beitragen muss, um diese schwierige Zeit zu überstehen. Zuvor habe ich auch die Berater unserer Jungs darüber informiert und auch von denen volles Verständnis bekommen.“

Spieler halten sich individuell fit

Wie bereits von Trainer Bennet Wiegert mitgeteilt, wird es kein Mannschaftstraining geben. Schmedt: „Wir haben die Spieler für vier Wochen verabschiedet. In diesem Zeitraum soll sich jeder individuell fit halten. Ob und wie es danach weitergeht, weiß keiner. Irgendwelche Terminketten zu kreieren, macht in der momentanen Situation überhaupt keinen Sinn.“

Geschlossen ist ab sofort auch die Geschäftsstelle. Schmedt: „Wir müssen auch da einen Publikumsverkehr verhindern. Ich werde natürlich weiterhin über Handy erreichbar sein. Aber eigentlich gibt es jetzt vier Wochen lang über den SCM nichts mehr zu berichten.“