Magdeburg l Ein Norweger im Tor, einer am Kreis, einer auf Rechtsaußen und einer im rechten Rückraum. SCM-Kapitän Christian O’Sullivan trifft am Sonntag in Minden (13.30 Uhr, Sky) gleich vier Landsleute. Drei davon spielten für den Vizeweltmeister sogar bei der WM. „Das allein zeigt eigentlich schon, wie ernst wir Minden nehmen sollten“, warnt O’Sullivan vor dem Norweger-Treff in Ostwestfalen.

Da ist zum Beispiel Kreisläufer Magnus Gullerud. Er war beim WM-Turnier im Januar eine feste Größe. „Er hat viel gespielt und hat das auch richtig gut gemacht. Vor allem im Mittelblock war er für unser Spiel sehr wichtig“, erzählt sein Landsmann O‘Sullivan.

Christensen ist Top-Torhüter

Rechtsaußen Kevin Gulliksen hatte eher wenig Einsatzzeiten. Aber Espen Christensen wechselte sich im Tor mit Flensburgs Torbjörn Bergerud regelmäßig ab. Im Finale gegen Dänemark stand der Mindener sogar knapp 25 Minuten zwischen den Pfosten. Und der 33-Jährige war zusammen mit Dänemarks Niklas Landin und dem Kroaten Ivan Stevanovic sogar fangbester Torwart der WM.

Christensen kam mit 51  Paraden bei 136 Würfen auf eine Fangquote von 38 Prozent. O’Sullivan: „Ein richtig starker Wert, der alles über seine große Qualität sagt. Er war bei der WM ein ganz wichtiger Rückhalt für uns.“

SCM hat in Minden auch schon verloren

Mit Christoffer Rambo spielt ein weiterer Norweger im grün-weißen Trikot der Mindener. „Für mich ein absoluter Top-Spieler, der nur das Pech hat, dass wir auf seiner Position im rechten Rückraum viele starke Leute haben“, meint O’Sullivan.Gemeint sind Harald Reinkind (Kiel), Eivind Tangen (Skjern) und Kent-Robin Tönnesen (Veszprem).

Magdeburgs Kapitän warnt vor allem vor Rambos Distanzwürfen. „Beim Sprungwurf ist er Weltklasse. Da muss man immer aufpassen und schon weit vor dem eigenen Kreis verteidigen“, weiß der 27-Jährige.Fast schon unglaublich, dass Minden mit diesen vier Nordlichtern aktuell nur im unteren Tabellendrittel zu finden ist. O’Sullivan: „Hinter den ersten Fünf, dazu noch Melsungen und Göppingen, spielt Minden eigentlich um Rang acht. Der Kader von Minden zeigt auch, dass die Bundesliga ganz klar die stärkste Liga in der Welt ist. Egal gegen wen du spielst – man darf keinen unterschätzen. Und mit Minden haben wir da schon schlechte Erfahrungen gemacht und vor zwei Jahren sogar richtig hoch verloren.“ 24:34 hieß es im Oktober 2016.

Champions League im Blick

Aber der SC Magdeburg hat gegenüber dem damaligen Spiel personell eine andere Mannschaft zusammen – und in dieser Saison noch einiges vor. O’Sullivan: „Schade, dass wir im November und Dezember eine schlechte Phase hatten. Trotzdem sind wir ja noch oben dabei und können von der Champions League träumen. Gegen die Rhein-Neckar Löwen spielen wir noch selbst und können die aus eigener Kraft überholen. Für Kiel brauchen wir Schützenhilfe. Aber Voraussetzung dafür ist, unsere eigenen Spiele zu gewinnen. Und auch wenn nächste Woche gegen Flensburg ein absolutes Topspiel und in zwei Wochen das Final Four im DHB-Pokal auf dem Programm stehen, denken wir erst einmal nur an Minden.“

Mit dieser Fokussierung auf den nächsten Gegner sind die Magdeburger nach der WM-Pause auch richtig gut gefahren, sie haben alle fünf Spiele gewonnen. O’Sullivan: „Eine WM ist für den Kopf und Körper schon sehr anstrengend. Da fällt nach so einem Highlight schon einiges ab, und es ist nicht einfach, sofort in der Liga wieder Fahrt aufzunehmen. Aber das haben wir alle richtig gut geschafft.“

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