Magdeburg l Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und so waren bei den Handballern des SC Magdeburg nach der ausgefallenen Freude über den Sieg gegen Lemgo die Gedanken schon wieder auf die European Handball League gerichtet. Denn heute Abend (20.45 Uhr, DAZN) kommt der RK Nexe in die Getec-Arena.

Nexe wird nicht unterschätzt

Vor einer Woche war das in Kroatien eine klare Angelegenheit für die Magdeburger. Trainer Bennet Wiegert will aber nichts davon wissen, dass es ähnlich leicht wird wie beim 32:24 in Nasice. „Die Mannschaft von Nexe ist viel besser, als sie sich vor einer Woche gegen uns präsentiert hat. Außerdem haben sie keinen Spielstress, sondern konnten sich eine Woche lang mit den Duellen gegen uns beschäftigen“, sagt Wiegert.

SCM will Erfolgsserie starten

Beim deutlichen Sieg hatten sich die Magdeburger vor allem bei der Chancenverwertung deutlich gesteigert und brauchten nur 46 Versuche für die 32 Tore. Gegen Lemgo war davon in der ersten Halbzeit nichts mehr zu sehen. Da zählten die Statistiker insgesamt 13 Fehlwürfe auf Magdeburger Seite. Dass es am Ende aber trotzdem zu den wichtigen zwei Bundesligapunkten reichte, dürfte allerdings für viel Selbstvertrauen sorgen. „Das hat heute richtig gut getan“, meinte auch Gisli Kristjansson nach dem Spiel. Und Lukas Mertens sagt: „Die zwei Punkte waren sehr wichtig. Denn wir wollen eine kleine Serie starten und gegen Nexe auch international nachlegen. Dafür müssen wir jetzt aber ordentlich regenerieren.“

Fernduell mit Montpellier

Im Fernduell mit Montpellier geht es auch darum, als Gruppenerster zu überwintern. Die Franzosen haben ebenfalls sechs Punkte auf dem Konto, aber das um vier Treffer bessere Torverhältnis. Und weil Montpellier schon am frühen Abend bei Alingsas spielt, wissen die SCM-Handballer vor dem eigenen Anwurf, welches Ergebnis für den Spitzenplatz nötig ist. Weil die jeweils ersten vier Teams der vier Gruppen das Achtelfinale erreichen, geht es für Nexe auch um jeden Punkt. Wiegert: „Wenn wir gegen Nexe einen Hin- und Rückspielmodus hätten, dann wäre es schon höchst unwahrscheinlich, dass wir einen Acht-Tore-Vorsprung noch aus der Hand geben. So aber geht es in der Gruppe um jeden Punkt, um jedes Tor. Und ich halte den Kader von Nexe für stark genug, unter die ersten Vier unserer Gruppe zu kommen. Deshalb wollen sie unbedingt auch bei uns etwas holen.“

Belastungen dosieren

Weil sich die schlimmen Verletzungen in der Bundesliga häufen und Lemgos Tim Suton mit Verdacht auf Kreuzbandriss am Sonntag vorzeitig von der Platte humpelte, muss Wiegert die Belastungen bei seinen Spielern dosieren. Zeljko Musa beispielsweise hat in den vergangenen zwei Spielen viel und ordentlich gespielt. Aber ob Magnus Gullerud heute an den Kreis rotieren kann, ist eher fraglich, weil der Norweger weiterhin über Rückenprobleme klagt.