Magdeburg l Vor 18 Jahren feierten die Handballer des SC Magdeburg letztmals einen deutschen Meistertitel. Vom nationalen Thron haben zuletzt aber wohl nicht mal die treuesten Fans geträumt. Doch Schritt für Schritt wurde der Kader verstärkt. Die Siege beim Pokalachtelfinale in Flensburg und zuletzt um Punkte in Kiel haben gezeigt, was das aktuelle Team kann. Und die Personalplanungen für die nächste Saison versprechen noch mehr.

Sechs Neuzugänge

Vor Kreisläufer Erik Schmidt, der von den Füchsen Berlin zum SCM wechselt, wurden sich die Grün-Roten schon mit Rechtsaußen Tim Hornke (Lemgo), dem rechten Rückraumspieler Christoph Steinert (Erlangen), Kreisläufer Moritz Preuss (Gummersbach), Torwart Tobias Thulin (Redbergslids IK/Schweden) und dem linken Rückraumspieler Filip Kuzmanovski (Eurofarm Rabotnik) einig. Wenn man den nach Kreuzbandriss lange verletzten Lukas Mertens dazurechnet, ist das eine schlagkräftige Sieben.

Kretzschmar schwärmt vom SCM

„Da steckt ganz viel Potenzial drin, und auf die Bundesliga wird in den kommenden Jahren diesbezüglich einiges zukommen. In der nächsten Spielzeit können sich die Teams, die bislang ein Abonnement für die Champions League hatten, warm anziehen. Da wird Magdeburg hundertprozentig kräftig mitmischen“, schwärmt selbst Stefan Kretzschmar in seiner Sky-Kolumne.

Wiegert dämpft Euphorie

Solch große Vorschusslorbeeren kommen für SCM-Trainer Bennet Wiegert aber viel zu früh. „Wir haben die Verpflichtungen getätigt, um breiter aufgestellt zu sein. Und wir gehen auch mit einem guten Gefühl in die nächste Saison. Aber ob alles dann auch so passt, wie wir es uns vorstellen, zeigt sich erst in den Spielen. Und gegenüber Flensburg, Kiel und den Löwen fehlt schon noch was“, tritt der SCM-Coach eher auf die Euphoriebremse.

Verständlich. Schließlich hat auch der SCM schon Enttäuschungen mit klanghaften Zugängen erlebt. Der Slowene Ales Pajovic hatte mit Ciudad Real alles gewonnen, was es als Club zu gewinnen gibt – aber in Magdeburg passte es 2011 nicht so richtig. Hoch gehandelt kam im Sommer 2017 auch Gleb Kalarasch zum SCM, konnte sich hier aber nicht wie erhofft durchsetzen.

Zwei mit SCM-Vergangenheit

Bei den aktuellen Zugängen haben die Magdeburger deshalb auch darauf geachtet, mögliche Anpassungsprobleme so gering wie möglich zu halten. Wiegert: „Es ist immer ein Vorteil, wenn man die Bundesliga kennt und die deutsche Sprache spricht.“ Trifft bei Hornke, Steinert, Preuss und Schmidt absolut zu. Alle vier sind gestandene Bundesligaspieler. Hornke und Schmidt gehören sogar zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Und noch besser: Zwei Spieler haben sogar eine grün-rote Vergangenheit. Hornke spielte von 2010 bis 2014 schon beim SCM. Steinert kam einst als A-Jugendlicher nach Magdeburg und stand 2009/2010 für den SCM bereits in der Bundesliga auf der Platte.

Fragezeichen nur bei Kuzmanovski

Bei diesen vier Spielern weiß man eigentlich genau, was man bekommt. Und Tobias Thulin bringt die Empfehlung mit, dass im schwedischen Nationalteam nur die beiden Torhüter der Rhein-Neckar Löwen, Andreas Palicka und Mikael Appelgren, vor ihm stehen. Ein Fragezeichen steht eigentlich nur hinter Kuzmanovski. Aber nicht für den Trainer. Wiegert: „Er hat schon Champions League gespielt und ist eine feste Größe im mazedonischen Nationalteam. Der wird uns helfen.“

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