Magdeburg l Bei der U-19-WM konnten die Handball-Talente des SC Magdeburg per Livestream die Paraden ihres Teamkollegen Lukas Diedrich bestaunen. Seit Dienstagabend haben die Spieler der Youngsters ihren Torwart wieder selbst vor oder auch hinter sich. „Er ist seit Jahren ein absoluter Leistungsträger in unserem Team. Und dass er in seiner Altersklasse ein Ausnahmetorwart ist, hat er im Nationalteam bei der U 19 deutlich gezeigt“, lobt Youngsters-Trainer Vanja Radic.

Interessante Gegner in der 3. Liga

Obwohl Diedrich zu den Top-Torhütern in seinem Altersbereich gehört, bleibt er bescheiden und konzentriert sich voll auf die Aufgaben mit den Youngsters. „In der vergangenen Saison konnte ich ja auch noch in der A-Jugend spielen, jetzt nur noch für die Youngsters. Aber ich freue mich darauf. In unserer Staffel sind viele interessante Gegner wie Rostock, Schwerin, Hildesheim, Dessau oder die Füchse. Das sind schon Spiele, wo auch auf den Rängen richtig Stimmung herrscht.“

Bester Torwart der U19-WM

Das gegen Ägypten verlorene WM-Finale ist inzwischen abgehakt. „Ärgerlich war es natürlich schon. Aber ich glaube, wir können trotzdem richtig stolz sein auf uns. Toll war für mich auch, dass während so eines Turniers viele neue Freundschaften entstanden sind. Die meisten Spieler kennt man zwar schon länger. Aber bei so einem Event lernt man sich erst richtig kennen“, erzählt Diedrich. Bei der WM in Nordmazedonien stellte er mit einer Quote von 43 Prozent gehaltener Würfe den Topwert bei den Torhütern auf.

Viel Zeit zum Ausruhen blieb ihm danach nicht. „Mit Vorbereitung waren wir gut dreieinhalb Wochen unterwegs. Weil wir am Tag nach dem Finale erst spät zurück waren, habe ich noch einen Tag schulfrei bekommen. Aber am vergangenen Dienstag saß ich dann schon wieder im Unterricht.“

Bundesliga-Traum hat Zeit

Und da warteten gleich zwei Stunden Mathematik auf ihn. Diedrich verrät: „Das ist nicht unbedingt mein Lieblingsfach. Aber da muss ich durch.“ Im nächsten Frühjahr möchte er schließlich sein Abitur bauen.

Im nächsten Jahr läuft auch sein Vertrag in Magdeburg aus. Was dann wird, damit beschäftigt er sich noch nicht. Diedrich: „Bis dahin kann so viel passieren.“ Dass ein aktueller U-19-Nationalspieler eines Tages auch in der Bundesliga zwischen den Pfosten stehen will, ist logisch. Diedrich: „Wir haben alle mit diesem Sport begonnen, um es bis ganz nach oben zu schaffen. Aber als Torwart kann man ja ein bisschen länger spielen als ein Feldspieler. Da muss man auch zu Beginn der Karriere nichts überstürzen und kann geduldig bleiben.“

Großes Lob von Trainer Radic

Bevor es für ihn im Tor der Youngsters wieder um die Pflicht geht, muss er noch eine Woche warten. Das Spiel in Schwerin wurde verlegt, weil die Gastgeber Hallenprobleme haben. Stattdessen stehen für den grün-roten Nachwuchs am Wochenende zwei Testspiele gegen den Viertligisten Vorsfelde aus Niedersachsen auf dem Programm. Und diese Partien wird Diedrich natürlich genauso ehrgeizig angehen wie ein Punktspiel. Trainer Radic schätzt ein: „Lukas ist ein absoluter Vorzeigesportler. Auch menschlich genießt er hohe Anerkennung im Team.“

Und mit dem hat Lukas Diedrich auch in der 3. Liga hohe Ziele: „Wir wollen nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben und Rang acht vom Vorjahr verteidigen.“