Magdeburg l Den Saisonstart haben sich die SCM-Handballer natürlich ganz anders vorgestellt. Die Grün-Roten wollten angesichts von vier Heimspielen in den ersten sechs Bundesligaspielen die weiße Weste so lange wie möglich wahren. Nach dem 29:31 gegen Melsungen und dem 28:32 gegen die Rhein-Neckar Löwen muss das Team aber schon vier Minuspunkte verkraften. Um weiterhin ernsthaft um die Meisterschaft mitzuspielen, ist das schon ein kleiner Ballast. Zumal der SCM im Vergleich zum Vorjahr gegen dieselben Konkurrenten sogar zwei Punkte weniger geholt hat. Während es gegen die Rhein-Neckar Löwen da auch eine Heimniederlage gab, wurde das Spiel bei der MT Melsungen in der vergangenen Saison aber gewonnen.

Pokal-Achtelfinale in Berlin

Da ist jetzt also schon ordentlich Druck auf dem Kessel. In Wetzlar müssen am Donnerstag unbedingt zwei Punkte her. Und dann warten am Dienstag in einer Woche (1. Oktober) die Füchse Berlin im Achtelfinale um den DHB-Pokal. Woche der Wahrheit nennt man so etwas. Schließlich wären bei zwei weiteren Niederlagen schon zwei von drei möglichen Saisonzielen futsch. Dann bliebe nur noch der EHF-Cup, wo der SCM erst Mitte November in der 3. Runde in den Wettbewerb einsteigt.

Damit will sich im SCM-Lager aber keiner beschäftigen. Um die Köpfe frei zu bekommen, war am gestrigen Montag trainingsfrei. Trainer Bennet Wiegert: „Niederlagen gehören im Sport dazu. Es ist zwar schwierig, damit umzugehen. Aber trotzdem müssen wir die Enttäuschung ganz schnell aus den Köpfen kriegen.“

Fans loben Willen und Kampf des Teams

Groß vorwerfen kann er seiner Mannschaft bei der Spielauswertung nichts. Selbst die nach Niederlagen durchaus sehr kritischen SCM-Fans loben in den sozialen Netzwerken den Willen und Kampf ihrer Mannschaft. Aber so sehr die SCM-Handballer mit Moral und Kraft die Rückstände immer wieder aufgeholt haben, so locker und leicht zogen die Gäste immer wieder davon. Und man muss nach diesem Spiel auch klar sagen, dass die Löwen besser und abgezockter als der THW Kiel vor zwei Wochen waren.

Dass die Magdeburger dieses Mal nicht das bessere Ende für sich hatten, lag natürlich nicht allein an der Stärke des Gegners. Jannick Green und Tobias Thulin wurden oft allein gelassen und konnten sich kaum auszeichnen. Eine Fangparade von 15,8 Prozent ist in einem Topspiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden, viel zu wenig. Gleiches gilt für die Wurfquote, die durch 18 Fehlwürfe bei nur 60 Prozent lag. Elf technische Fehler und zwei verworfene Siebenmeter sind auch zu viel. „Wir haben das Spiel am Ende im Angriff verloren. Da haben wir es in der entscheidenden Phase nicht so gut gemacht wie gegen Kiel“, sagte Zeljko Musa.

Spätestens ab Mittwoch darf nur noch Wetzlar zählen. Piotr Chrapkowski: „Zwei Niederlagen sind genug. Jetzt müssen wir den Hebel wieder umlegen. Auch wenn Wetzlar alles andere als einfach ist. Dass Unentschieden am dritten Spieltag gegen Flensburg sagt alles über den Gegner. Die können es an guten Tagen jeder Mannschaft schwermachen, an schlechten Tagen aber wohl auch gegen fast jeden verlieren.“

Duelle mit den Füchsen immer besonders

Neben zwei wichtigen Punkten im Rennen um die Spitzenplätze der Bundesliga wollen sich die Magdeburger auch unbedingt ein Erfolgserlebnis für das schwere Pokalspiel in Berlin verschaffen. Duelle mit den Füchsen sind schließlich immer besonders heiß. Und im Vorjahr kassierten die Magdeburger nach starkem Saisonstart mit sieben Siegen in Berlin ihre erste Niederlage. Aber dieses Lehrgeld hat der SCM in der aktuellen Saison nun schon bezahlt.

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