Magdeburg l Wenn sich Spieler und Trainer des SCM vom Weihnachtsmann vorfristig etwas wünschten dürften, wäre das sicher ein Riesensack voll Zeit. „Vier Spiele innerhalb von zehn Tagen, das ist für alle eine große Belastung“, rechnet Bennet Wiegert vor. „Infolge der sich überschlagenden Ereignisse rennen wir der Zeit hinterher.“

Dass der 33-Jährige dabei nicht die Handball-Welt einreißen, sondern nur weiter an kleinen Stellschrauben drehen kann, versteht sich von selbst. „Das wird bis zur Winterpause so bleiben. Um eine neue Struktur reinzubringen, fehlt jetzt einfach die Zeit. Es wäre der falsche Weg, die Jungs zu diesem Zeitpunkt mit Ballast zu überfrachten. Wir arbeiten also weniger im physischen, sondern mehr im theoretischen Bereich.“

Zumal sich bereits jetzt abzeichnet, dass der Kraftakt gegen Göppingen weiteren Tribut gefordert hat und sich durch drohende Ausfälle von Nemanja Zelenovic (Schulter), Marko Bezjak (gebrochener großer Zeh), Alexander Saul (Ellenbogen) und Vincent Sohmann (Antibiotika nach HNO-Beschwerden) die Last auf noch weniger Schultern verteilen wird. Da bekommen Automatismen und festsitzende Abläufe zwangsläufig einen noch höheren Stellenwert.

„Wir haben viel investiert und alles reingeworfen, was geht, damit wir das Final-Four-Ticket lösen. Aber daraus ergeben sich nunmehr neue Personalprobleme“, erklärt Wiegert mit Verweis darauf, dass der Einsatz des angeschlagenen Zelenovic ein in Absprache mit dem Spieler einkalkuliertes Risiko war, „auf die Gefahr hin, dass er es für Sonntag eventuell nicht schafft“. Solche Entscheidungen zu treffen, sei auch für ihn als Trainer der ersten Mannschaft eine neue Situation, so Wiegert. Als Nachwuchstrainer seien Perspektive, Entwicklung und Weitblick die Prämissen gewesen. „Jetzt muss ich erfolgsorientiert arbeiten und schauen, dass auf die Schnelle im nächsten Spiel das Bestmögliche rausgeholt wird.“

Wie das Bestmögliche in Bezug auf das Spiel gegen starke Hamburger aussehen soll, davon hat der neue SCM-Coach eine genauso klare Vorstellung wie vom Weg, der zum Ziel führen könnte: „Die personellen Probleme dürfen keine Entschuldigung sein, zumal das sowieso niemanden interessiert.“ Unterm Strich zähle nach 60 Minuten nur das Ergebnis, so Wiegert. „Ich will auch gar keine Negativstimmung aufkommen lassen. Es ist wichtig, dass wir nach dem Sieg im Pokal den positiven Moment herüberretten und so lange es geht mitnehmen. Ich denke, die Jungs haben zuletzt oft genug auf der Heimfahrt mit hängenden Köpfen im Bus gesessen.“ Ob das am Sonntag anders ist, wird spätestens im „NDR-Sportclub“ (22.50 Uhr) zu sehen sein ....