Sommerspiele in Tokio

Hockey-Herren erstmals seit 21 Jahren ohne Olympia-Medaille

Deutschlands Hockey-Herren kehren ohne Medaille von den Olympischen Spielen zurück. Das Team verliert in Tokio das kleine Finale gegen Indien.

Von Eric Dobias, dpa 05.08.2021, 05:27
Die deutschen Hockey-Herren haben in Tokio die Bronzemedaille verpasst.
Die deutschen Hockey-Herren haben in Tokio die Bronzemedaille verpasst. Swen Pförtner/dpa

Tokio - Kein Happy End für Deutschlands Hockey-Herren: Erstmals seit 21 Jahren kehrt das Team ohne Medaille von Olympischen Spielen zurück.

Die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes verlor in Tokio das kleine Finale gegen Indien mit 4:5 (3:3) und ging als Vierter leer aus. Zuletzt war das DHB-Team 2000 in Sydney ohne Edelmetall geblieben. Danach hatte es 2004 in Athen und 2016 in Rio jeweils Bronze sowie 2008 in Peking und 2012 in London Gold gegeben.

In einem heißen Match bei Temperaturen von 33 Grad erzielten Timur Oruz in der 2. Minute, Niklas Wellen (24.), Benedikt Furk (25.) und Lukas Windfeder (48.) die deutschen Tore. Für Indien trafen Simranjeet Singh (17./34.), Hardik Singh (27.), Harmanpreet Singh (29.) und Rupinder Pal Singh (31.) per Siebenmeter.

Mit lautem Gebrüll stimmten sich die Schützlinge von Bundestrainer Kais al Saadi kurz vor dem Anpfiff im Oi Hockey Stadium noch einmal auf den Kampf um Bronze ein. Und der EM-Zweite war in der Tat gleich auf Betriebstemperatur. In der Anfangsphase wurde mächtig Druck gemacht und der Mut schon nach 99 Sekunden belohnt. Mittelfeldspieler Oruz vom deutschen Meister Rot-Weiss Köln schloss einen energischen Angriff erfolgreich ab und sorgte damit für frühen Jubel.

Von Nachwirkungen der bitteren 1:3-Niederlage im Halbfinale gegen Australien war nichts zu spüren. Die deutsche Mannschaft, die konzentriert und laufstark agierte, geriet im ersten Viertel lediglich einmal in Gefahr. Eine Strafecke der Inder wurde aber gekonnt abgewehrt. Gegen Ende des Startabschnitts drückte das ganz in Weiß spielende deutsche Team noch einmal mächtig auf das zweite Tor. Gleich vier aufeinanderfolgende Versuche bei einer Strafecke führten jedoch nicht zum gewünschten Erfolg.

So blieb es bei der knappen Führung, die kurz nach Beginn des zweiten Viertels dahin war. Der Ausgleich hinterließ aber überhaupt keine Wirkung bei der deutschen Mannschaft, die sich kurz schüttelte und die Partie weiter kontrollierte. Das Engagement wurde schnell belohnt: Nach schöner Vorarbeit von Jan Christopher Rühr traf Wellen, nur eine Minute später erhöhte Furk.

Der achtmalige Olympiasieger aus Indien, der sein bisher letztes Gold allerdings vor 41 Jahren holte, schlug jedoch erneut zurück. Zwei Strafecken wurden verwandelt - zur Halbzeit war das Match wieder völlig offen. Und damit nicht genug: Gleich nach Wiederbeginn gerieten die DHB-Herren durch einen Siebenmeter erstmals in Rückstand, der wenig später sogar auf zwei Tore anwuchs.

Jetzt war Moral gefragt. Das deutsche Team mobilisierte die letzten Kräfte, fand im dritten Viertel aber keine Lücke in der kompakten Abwehr der Inder. Windfeder sorgte zu Beginn des Schlussabschnittes mit dem Anschlusstreffer für neue Hoffnung. Doch der Ausgleich gelang trotz großen Kampfes nicht mehr.