Bei den kürzlich in Turin ausgetragenen Senioren-Weltmeisterschaften im Orientierungslauf nahmen mit Gert Schmidtko und seiner Frau Martina auch zwei Sportler aus Burg teil. Für den USC Magdeburg startend, "haben wir mehr erreicht, als wir vorher erwartet haben", so Schmidtko.

Turin (mak/sza) l Knapp 3000 Sportler aus 45 Ländern und eine filmreife Kulisse in der italienischen Region Piemont - oder wie Gert Schmidtko kurz und knapp beschrieb: "Das war großes Kino."

Nicht umsonst wurden vom Veranstalter bei der Anmeldung zur Orientierungslauf-Senioren-Weltmeisterschaft in den Olympischen Bergen von Turin ärztliche Bescheinigungen über die Fitness der Teilnehmer abgefordert. Rund um die von den Olympischen Winterspielen 2006 bekannten Orte Sestriere, Cesena und Claviere wurde in fünf zu absolvierenden Läufen Kondition und Orientierungsvermögen abverlangt. "Das ist ein achttägiger Wettkampf in einer Höhe von 2000 Metern. Das war schon sehr anstrengend", musste auch Schmidtko zugeben.

"Das war ein ganz starker Lauf."

Doch die Anstrengungen sollten sich am Ende auszahlen. Vor allem der kleine italienische Ort Sestriere, wo die Sprintwettbewerbe stattfanden, wurde für Martina Schmidtko zum Erfolgspflaster. Die gebürtige Halberstädterin qualifizierte sich für das A-Finale und landete in der Altersklasse W 55 als beste Deutsche auf dem 60. Rang. "Das war ein ganz starker Lauf", lobte ihr Ehemann Gert (M 60). Auch der gebürtige Magdeburger, der die in Deutschland noch recht unbekannte Volkssportart bereits seit 40 Jahren betreibt, qualifizierte sich für das A-Finale und wurde in 25:06 Minuten Gesamt-52. Zum Erstplatzierten Sani Mikko (Finnland) fehlten dem Burger am Ende knapp fünf Minuten. Beim Sprintwettkampf, der fast immer in Ortschaften oder Parkanlagen sattfindet, dienen Karten mit dem Maßstab 1:4000 als Orientierungsmittel. Die Streckenlängen sind kurz und die Siegerzeiten liegen meist unter 20 Minuten, obwohl mehr als zehn Posten gefunden werden müssen.

Der Lang-Orientierungslauf hingegen findet in unbekanntem Gelände statt und der Kartenmaßstab beträgt 1:10 000. Schon auf den Wegen von den Wettkampfzentren (Zielgeländen) zu den Starts der drei Langdistanzläufe mussten die Aktiven in Italien rund 240 Höhenmeter überwinden. Die Wettbewerbe fanden am Monti Della Luna bei Claviere, einem Berg, der normalerweise für den alpinen Sport berühmt ist, statt.

"Mit dem Ergebnis kann ich gut leben."

Martina Schmidtko wusste auch über die lange Distanz zu überzeugen und landete im B-Finale auf Rang 13 (1:00,50 h). Ihr Mann, der 5,5 Kilometer und damit 1500 Meter mehr zu absolvieren hatte, wurde im B-Lauf Gesamt-37. (1:07,37 h). "Mit dem Ergebnis kann ich gut leben."

Für das Ehepaar aus Burg war es die erste Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft und bestimmt nicht die letzte - ganz großes Kino eben.

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