Konnte man beim Fußball-Landesligisten SG Blau-Weiß Gerwisch nach dem 1:0-Erfolg gegen den MSV Börde vor zwei Wochen noch von einem kleinen Euphorieschub sprechen, mussten die Blau-Weißen im Spiel gegen Handwerk Magdeburg den nächsten Tiefschlag hinnehmen. Mit 1:5 (0:1) unterlag die SG am Sonnabend vor heimischer Kulisse. Dabei schnupperten die Gastgeber zwischenzeitlich am Ausgleich und hätten dem Spiel durchaus eine Wende verleihen können.

Gerwisch. Vor der Partie machte SG-Coach Rolf Döbbelin deutlich, dass der Sieg aus dem Börde-Spiel nur etwas wert sei, wenn seine Mannen auch gegen Handwerk nachlegen würden. Am Ende schien es aber, als wären die Worte des Gerwischer Übungsleiters ungehört verhallt. "Es war wieder mal eine sehr bittere Niederlage. Nicht nur, dass uns die Punkte fehlen, auch die vier Minustore könnten in der End- abrechnung weh tun", sagte Döbbelin nach dem Spiel.

Die Partie begann wie so oft verheißungsvoll aus Sicht der Blau-Weißen. Mathias Herms hatte kurz nach Beginn die große Chance zur Führung. Doch zielte Gerwischs Linksaußen nicht genau genug und sein Abschluss im Eins-gegen-Eins-Duell mit Magdeburgs Schlussmann Christoph Trautner verfehlte das Tor (8.).

Dann trat das ein, was zu befürchten war. Handwerks David Berlin nutzte einen missglückten Klärungsversuch der SG-Abwehr zum 1:0 aus Gästesicht (16.). Dieser Schlag traf die Platzherren mit voller Härte. Bis zur Halbzeitpause gelang den Gastgeber keine Torchance mehr, die Gäste kamen immerhin noch zu einem Lattentreffer (41.).

Nach Wiederanpfiff mussten die rund 80 Zuschauer auf dem Gerwischer Sportplatz das Schlimmste befürchten. Magdeburgs Muja Avdyli schien wacher als die gesamte Defensivabteilung der Blau-Weißen und fing einen unpräzisen Querpass in des Gegners Hälfte ab. Der Handwerk-Stürmer hatte nur wenig Mühe, auf 2:0 zu erhöhen (47.).

Scheinbar war dies aber die Initialzündung für die Gastgeber, die in der Folge auf den Anschlusstreffer drängten. Marcus-Antonio Bach nährte die Hoffnung auf ein Happy-End, als er sich nach schönem Pass in die Tiefe im Laufduell durchsetzte und zum 1:2 einnetzte (49.).

Während Gerwisch nun alles nach vorn warf, lauerten die Gäste auf Konter. Mit Erfolg: Jeton Spahija nutzte nach zwei Gerwischer Offensivaktionen den Gegenangriff zur 3:1- (64.) und wenig später zur 4:1-Führung (71.). Das 1:5 per Elfmeter (89.) verlieh der Niederlage kurz vor dem Abpiff noch das Prädikat "haushoch".

Vieles spricht nun dagegen, dass die Blau-Weißen die Winterpause auf einem Nichtabstiegsplatz verbringen. Mit drei Zählern Rückstand auf das rettende Ufer belegt die SG den vorletzten Platz in der Tabelle. Mit einiger Ernüchterung blickte Döbbelin daher voraus: "Nun stehen zwei ganz schwere Auswärtsaufgaben an. Es wird verdammt eng." Zu diesem Zeitpunkt stand sein Entschluss, den Trainerstuhl zu räumen, wohl fest (siehe oben).