Biederitz l Damit wurde das Ziel Klassenerhalt in recht souveräner Manier erfüllt, wobei die angespannte Personalsituation in den 20 Saisonpartien allgegenwärtig war. Den Verantwortlichen an der Ehle war bereits vor dem ersten Anpfiff klar, dass sich die Personalsituation der Biederitzer Reserve im gesamten Saisonverlauf als problematisch darstellen würde. Nicht zuletzt auf Grund der Probleme im Kader der ersten Männermannschaft sollte diese Prognose vor allem in der zweiten Hälfte in ihrer ganzen Härte eintreten und die Platzierung in der Tabelle der Nordliga maßgeblich beeinflussen.

Es dauerte nicht lange, bevor sich die Kreisläufer Sebastian Rabe und Stephan Holzgräbe in Richtung Sachsen-Anhalt-Liga verabschiedeten. Den Großteil der Saison 2018/2019 verbrachten die beiden im Oberhaus des Landes als Teil der ersten Mannschaft. Hinzu kam der frühe Ausfall von Routinier Holger Klingebeil, der nur ein Punktspiel bestreiten konnte. Die Langzeitausfälle von Martin Walde und Daniel Bahr taten in der Folgezeit ihr Übriges.

Durchwachsener Start mit Derbysieg in Möckern

Mit noch recht ordentlich besetztem Kader gab es zum Auftakt eine vermeidbare 21:25- Niederlage gegen den FSV 1895 Magdeburg, ehe beim Auswärtsspiel in Möckern erste Lücken im Aufgebot sichtbar wurden. Dennoch konnte das Derby nach hartem Kampf und 14 Toren von Florian Wentzel mit 31:30 gewonnen werden. Nur eine Woche später stand das nächste Derby in eigener Halle gegen die SG Fortschritt Burg auf dem Programm. „Wir haben am Ende die Ruhe und Disziplin verloren“, resümierte der Biederitzer Coach Wolfgang Rösel nach der verdienten 21:27- Niederlage, der sich ein 20:28 beim MTV in Weferlingen anschloss.

Wichtige Zähler verbuchte die SVE-Reserve anschließend im Heimspiel gegen die HSG Altmark West II. „Er hat das Spiel an sich und die Mannschaft förmlich mitgerissen“, meinte Rösel zu seinem 15-fachen Torschützen Florian Wentzel beim 32:23-Erfolg. Es war ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Titel des Torschützenkönigs für den Goalgetter.

Niederlagen gegen Spitzenteams und Aufsteiger

Erwartete Niederlagen gab es bei den Spitzenteams des SV Irxleben (21:30) und Post SV II in Magdeburg (27:32). Im anschließenden dritten Derby gegen Gommern gab es die nächste Niederlage, nachdem die erste Halbzeit gegen den Aufsteiger (11:17) schlichtweg verschlafen wurde. Am Ende stand eine 28:31-Niederlage gegen die Eintracht-Reserve zu Buche. Nah dran an einem Teilerfolg waren die Biederitzer beim zweiten Aufsteiger in Klötze. Dennoch leuchtete nach dem Abpfiff ein 28:29 zu Gunsten des VfB auf der Anzeigetafel auf. Auch der Jahresabschluss in eigener Halle ging nach einem bescheidenen Auftritt gegen den Barleber HC mit 27:33 verloren.

Bei nur vier mageren Punkten war man sich bei den Verantwortlichen und Spielern an der Ehle einig, dass eine weitaus bessere Rückrunde folgen musste, um den Ligaerhalt zu sichern.

Verbesserter Auftakt in die Rückrunde

Der Auftakt nach fast zweimonatiger Pause auf Grund der Handball-Weltmeisterschaft hätte kaum besser verlaufen können. Mit einem famosen Auswärts-Coup konnte der spätere Tabellendritte FSV 1895 Magdeburg in eigener Halle mit 30:27 bezwungen werden. „Eine starke Vorstellung aller, wobei Schlussmann Michel Meyer noch herausragte“, war man sich im Biederitzer Lager einig. Den Schwung mitnehmend konnten im Anschluss auch die beiden Heimaufgaben gegen den Möckeraner TV (33:21) und den MTV Weferlingen (30:22) sicher bewältigt werden, wobei die Unterstützung aus der dritten Mannschaft inzwischen fast zum Alltag gehörte. Hier taten sich besonders Michael Thielicke (sechs Einsätze) und Yves Steinweg (fünf) hervor, aber auch Marco Schmidt und Eric Beyme (je drei) boten ihre Hilfe an.

Aller Abstiegssorgen frühzeitig entledigt

Durch den Hattrick zum Rückrundenauftakt hatte sich die Mannschaft nahezu aller Abstiegssorgen entledigt, da neben dem abgeschlagenen Schlusslicht aus Möckern auch der MTV Weferlingen und die HSG Altmark West II in den Folgewochen kaum Zählbares einfahren konnten. So war auch der unglückliche Punktverlust bei der HSG II (29:29) zu verschmerzen. Ein unmittelbarer Verfolger konnte zumindest weiter auf Distanz gehalten werden. Wie bereits in den Hinspielen gab es auch zu Hause gegen die Titelaspiranten aus Irxleben (24:29) und des Post SV Magdeburg II (32:40) nichts zu holen. Der sich anschließende 30:29-Derbysieg bei Eintracht Gommern II ließ die vorherigen Niederlagen jedoch schnell wieder vergessen. „Ja es war ein Stück weit glücklich, aber keinesfalls unverdient“, meinte SVE-Coach Rösel im Anschluss an ein insgesamt durchwachsenes Derby.

Zum Ende war die Luft raus

In den letzten drei Begegnungen war bei Torjäger Wentzel und seinen Kollegen die Luft raus. Mit allerletztem Aufgebot gab es zunächst ein deutliches 21:33-Heimdebakel gegen den VfB aus Klötze, ehe auch das Derby in Burg mit 17:33 hoch verloren ging. Zum Saisonabschluss beim Barleber HC musste man trotz einer über weite Strecken ordentlichern Leistung eine 25:27- Niederlage hinnehmen.

„Es wurde die erwartet schwere Saison. Ich möchte ein großes Dankeschön an die vielen Akteure aus der dritten Mannschaft richten, ohne die wir nicht so gut durch die Saison gekommen wären. Wir müssen nun sehen, wie es insgesamt bei den Männermannschaften des SV Eiche 05 und somit auch bei uns weitergeht“, resümierte der Biederitzer Trainer Rösel zunächst die abgelaufene Spielzeit mit einem abschließenden Blick in die ungewisse Zukunft.