Halberstadt l Die Kampfsportler waren dabei wieder zu Gast im Boxcamp am Galgenberg. Dessen Cheftrainer Aiko Steffen zog ein sehr positives Resümee: „Wir hatten top Wetter, ein super Publikum und richtig gute Kämpfe. Für ein echtes Happy-End sorgte unser Lokalmatador Tony Rindert. In seinem zweiten Profikampf feierte er seinen zweiten Sieg. Und auch die anderen Halberstädter Sportler machten eine gute Figur.“

Die zahlreichen Zuschauer sahen insgesamt 18 Kämpfe, 13 davon im Amateur- und fünf Profikämpfe. Um zeitlich nicht alles auszustrapazieren, wurde dreimal zwei Minuten bei den Männern geboxt. Auch so dauerte der Abend bis 23.30 Uhr. „Wir wollten es nicht in die Länge ziehen“, erklärte Aiko Steffen, „sonst boxt man im Amateurbereich ja dreimal drei Minuten“.

Auch Frauen gehen in den Ring

Auch Frauen traten in das Seilquadrat. In der Altersklasse bis 68 kg unterlag Maria Messerschmidt (BC Torgau) Gegnerin Laura Hummel (Taifun Staßfurt) nach Punkten.

Zuerst waren allerdings die Kleinsten im Schülerbereich dran. In der Altersklasse 9 waren zwei Sportler von Sin City Leipzig und einer vom Boxcamp aktiv. Hier entschied man sich für das sogenannte Englische Boxen, einem Sparring, wo jeder gegen jeden bei einem Zeitfenster von einer Minute kämpft. Das wettkampfnahe Training zeigte dem Publikum, auf welchem Stand die Talente bereits sind. Jonas Danilenko zeigte in der Klasse bis 32 kg eine technisch und kämpferisch gute Leistung. Ringrichter Timo „Deutsche Eiche“ Hoffmann erklärte alle Teilnehmer zu Siegern. Entsprechend gab es für jeden einen Pokal. In der AK 11 bis 50 kg vertrat Max Schlüter die Halberstädter Farben.

Erster Kampf geht verloren

Den nächsten Kampf gestalteten im Schwergewicht der Halberstädter Adrian Böhm und Florian Hesse (PSV Dessau). Für Böhm war es der erste offizielle Kampf. Er verlor zwar, aber die erste Runde stimmte positiv. Die zweite Runde ging an Hesse, die dritte entschied letztlich gegen ihn. Aiko Steffens Fazit: „Das geht in Ordnung, der Dessauer war routinierter und älter. Adrian braucht nicht traurig sein, er ist gerade 19 Jahre jung, im Schwergewicht damit noch ein echtes Küken. Er verfügt über eine gute boxerische Veranlagung. Ich denke, wir werden auch Siege mit ihm feiern.“

Halberstadts Kevin Klein sollte einen weiteren Amateurkampf boxen, er hatte beim Sparring allerdings Probleme mit der Mittelhand. Für Hannes und Gustav Vogel vom Boxcamp fehlten dagegen einfach die Gegner.

Rinderts Taktik geht auf

Spannung herrschte im Vorfeld des Profikampfes von Lokalmatador Tony Rindert. Gegen den Düsseldorfer Hassan Kurnaz sollte er im Cruisergewicht am Ende die Nase vorne haben. In der ersten Runde zeigte sich Rindert ganz strategisch. Er setzte die Vorgaben des Trainers konsequent um. Rindert agierte variabel mit der Führungshand, zeigte diverse Schlagserien, kämpfte ruhig aus einer geschlossenen Deckung heraus und ließ sich nicht provozieren. Dazu kamen immer wieder schöne Körpertreffer. Das alles rächte sich für Kurnaz, denn er brach konditionell ein. In Runde drei schnitt Tony Rindert seinem Kontrahenten den Weg ab, stellte ihn sich in die Ecke und startete einige Schlagkombinationen. Ringrichter Hoffmann schaute sich das in der vierten Runde zehn Sekunden an. Es kam kein Widerstand mehr, der Abbruch und somit ein technischer K.o. nach 1:23 min beendeten den Kampf. Trainer Steffen freute sich: „Das war ganz souverän von Tony, super Leistung.“ Seine Fans dürfen sich schon bald auf den nächsten Einsatz freuen. Der Halberstädter ist bereits am 3. Oktober wieder aktiv. Dann tritt er in Halle ins Seilquadrat.

Aiko Steffen und Boxcamp-Manager Klaus Haberland zogen nach der diesjährigen Durchführung ein sehr gutes Fazit. „Es entwickelt sich prima, wir erreichen mit der Veranstaltung immer mehr Gäste. Inzwischen kommen Boxsportfans aus Goslar, Bad Harzburg und dem Mansfelder Land“, zeigte sich Haberland stolz. „Es hat mittlerweile Tradition bekommen, wenngleich das Wetter immer auch ein Unsicherheitsfaktor sein kann. Dieses Jahr war es aber fantastisch, abends um 22 Uhr waren noch 23 Grad am Ring“, berichtete Steffen. Das rührige Duo hatte mit seinem Team wieder für ein tolles Ambiente gesorgt. Später am Abend wurde zudem ein von Markus Beyer signiertes Shirt versteigert. 220 Euro kamen zusammen und sollen in die Nachwuchsförderung fließen.

„Allen Sponsoren, die seit Jahren zur Stange halten, gilt unser Dank. Und ohne die vielen fleißigen Helfer beim Aufbau, Einlass und in der Gastronomie wäre das nicht zu stemmen. Wir sind froh, dass wir so viel Unterstützung haben“, schloss Steffen ab.