Halberstadt l Genau einen Monat nach dem letzten Punktspiel ist der VfB Germania Halberstadt wieder aktiv ins Tagesgeschäft „Fußball-Regionalliga“ eingestiegen. Mit Erfolg, denn beim FC Viktoria 1889 Berlin setzte sich das Team mit 4:1 durch.

Germania Halberstadt bei der Sache

Wehe, wenn sie losgelassen. Seit Wochen scharrten die Germania-Kicker mit den Hufen, „waren heiß und extrem motiviert“, so Trainer Andreas Petersen schon verheißungsvoll in den letzten Tagen. Jedoch machte das Winterwetter mehrfach einen Strich durch die Rechnung. Nun ging es im Berliner Stadion Lichterfelde endlich weiter beziehungsweise los, und wie! „Das haben die Jungs richtig gut gemacht, nicht alles richtig, aber das meiste“, so Andreas Petersen am Sonntag-Nachmittag. „Wir waren griffig und voll bei der Sache!“

Mit Viktoria Berlin traf der VfB auf einen Gegner auf Augenhöhe. Weil mit Adli Lachheb ein wichtiger Defensivmann gesperrt fehlte, änderte Trainer Petersen das System auf Dreierkette. Das war mit einem gewissen Risiko verbunden, lief es für die Mannschaft doch zuletzt mit der Viererkette vielversprechend und sehr sicher. Philipp Blume, Florian Eggert zentral und Kapitän Benjamin Boltze auf der rechten Seite übernahmen die Abwehrarbeit vor Keeper Fabian Guderitz. „Wir bereiten uns ja auf den Gegner vor“, ging Petersen auf die taktische Änderung ein. Sie sollte letztlich gut gehen.

Viktoria Berlin nach Ecke erfolgreich

Die Germania war extrem fokussiert und agierte sehr leidenschaftlich. In der Offensive war viel Raum für Kreativität. So dominierte der Gast spielerisch diese Partie, Viktoria war vor allem bei ruhenden Bällen gefährlich. So fiel der 1:1-Ausgleich nach einer Ecke. Patrick Brendel war der Nutznießer (55.). Zuvor aber brachte Florian Beil die Vorharzer vom Strafstoßpunkt in Führung (37.). Zuvor wurde Neuzugang Gilian Jurcher, wie auch Hasan Pepic in der Startformation, bei einem Zweikampf von den Beinen geholt. „Zu 100 Prozent ein Elfmeter“, kommentierte Coach Petersen. Das 1:0 durch Beil war also der Dosenöffner (37.).

Halberstadt überzeugte weiter fußballerisch, verpasste aber den zweiten Treffer und so blieb es zur Pause bei dieser knappen Führung.

Germania Halberstadt geht wieder in Front

Danach folgte wie erwähnt zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff der Ausgleich. Die Begegnung war in dieser Phase ausgeglichen, hätte in beide Richtungen ausschlagen können. Schon zwei Minuten nach dem Ausgleich brachte Beil nach top Vorarbeit von Ivan Franjic mit seinem zehnten Saisontreffer die Gäste aber erneut in Front und sorgte damit indirekt für mehr Ballsicherheit und neues Selbstvertrauen. Germania zeigte jetzt seine große Qualität im Mittelfeld: Schnell auf den Außenbahnen und immer mit einer zündenden Idee in der Zentrale.

 „Uns war klar“, so Andreas Petersen, „wenn wir das Spiel und den Gegner annehmen, auch auf Kleinigkeiten achten, dann kann es gut gehen“. Dies bestätigte sich. Der VfB – eine gute Mischung aus Kampf, Spielidee und Leidenschaft – stach noch zweimal zu. Pepic und Jurcher bedankten sich dabei jeweils für ihre Nominierungen mit dem ersten Saisontor. Pepic war nach einem Drehschuss erfolgreich (72.), Jurcher setzte sich mit viel Dynamik durch (78.). „Das waren tolle Tore“, freute sich Petersen über so viel Offensivkreativität.

Bereits am Mittwoch geht es für den VfB Germania Halberstadt um 19 Uhr im Friedensstadion mit der Begegnung gegen Petersens Ex-Klub TSG Neustrelitz weiter.

VfB Germania Halberstadt: Guderitz - Blume, Eggert, Boltze, Twardzik, Hofgärtner, Oschmann, Pepic, Jurcher, Franjic, Beil;

Torfolge: 0:1 Florian Beil (37./ Foulelfmeter), 1:1 Patrick Brendel (55.), 1:2 Florian Beil (57.), 1:3 Hasan Pepic (72.), 1:4 Gilian Jurcher (78.); Schiedsrichter: Stefan Prager (SV Auma), Zuschauer: 267.