Halberstadt l Der LandesSportBund Sachsen-Anhalt (LSB) hat vor knapp vier Jahren das Projekt „Talentfindung und Talentförderung“ initiiert. Das richtet sich an Grundschüler und ist eine Kooperation des LSB mit dem Ministerium für Inneres und Sport, dem Ministerium für Bildung und dem Deutschen Sportlehrerverband Sachsen-Anhalt. Unterstützung gibt es entsprechend von den Sportlehrerinnen und Sportlehrern, den Landestrainerinnen und –trainern.

Mittels eines Motorik-Test im Sportunterricht der dritten Klasse werden zunächst die jungen Sportler gesichtet. „Bei den Sachen-Anhalt-Spielen im April in Dessau folgte der zweite Schritt“, beschreibt Vize-KreisSportBund-Geschäftsführer Thomas Trautmann, „hier gaben die Landestrainer dann Empfehlungen für eine Talentgruppe. Wobei die jungen Aktiven für mehrere Sportarten empfohlen werden können, um sich entsprechend auszuprobieren“. Derzeit gibt es 42 dieser Gruppen (mindestens eine pro Landkreis). Im Harzkreis sind es zwei, denn in Wernigerode treffen sich die Handball-Talente.

Sprung auf die Eliteschule

Ziel des Projekts ist der Sprung auf eine Eliteschule des Sports. Auf der Homepage des LSB heißt es dazu: „Anstrengen lohnt sich, denn für die besten der besten Kinder wird die Einschulung in eine Eliteschule des Sports in Magdeburg oder Halle (Saale) empfohlen. Die Einschulung erfolgt zur 5. oder 7. Klasse.“

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In einer Talentgruppe treffen sich also die sportlich besten Kinder der Region, dabei werden zusammen viele neue Bewegungsformen ausprobiert. Die individuelle Leistung wird so verbessert. Folgende Sportarten stehen dabei zur Auswahl: Leichtathletik, Kanu, Rudern, Handball, Judo, Schwimmen und Turnen.

Erst Leichtathletik, dann Judo

Der VfB Germania Halberstadt – vom Landesverband darauf angesprochen – beteiligt sich mit seinen Abteilungen Judo und Leichtathletik. Mitte August gab es im Friedensstadion die Auftaktveranstaltung. Als „Talentgruppe Karussell“ hat man sich mit den Trainern Steffen Fricke (Leichtathletik) und Holger Henschel (Judo) geeinigt, dass im Sommer/Herbst die elf Teilnehmer zunächst gemeinsam in der Leichtathletik aktiv sind, mit Beginn der kalten und dunklen Jahreszeit geht es für alle in die Halle, um im Judo Neues zu lernen.

Henning Rühe, Präsident des KSB Harz, lobt ausdrücklich das Projekt und den tieferen Sinn. „Wichtig ist die sach- und fachgereche Betreuung der Kinder, Germania Halberstadt bietet dafür adäquate Bedingungen an. Der Verein zeigt damit außerdem, dass er sich nicht nur über den Fußball manifestiert. Wichtig bei der ganzen Sache ist, dass die Eltern das unterstützen.“ Für den VfB Germania geht es ganz nebenbei auch um neue Vereinsmitglieder, die dadurch gewonnen werden können. Der KSB Harz und die Vereinsverantwortlichen wollen darum auch versuchen, weitere Sportgruppen zu etablieren.