Irxleben l Sport sorgt in verschiedenen Situationen für vielfältige Emotionen. Jeder Sportler ärgert sich über ein verlorenes Spiel oder einen verpatzten Lauf. Mit Stolz wird der Sieg über den aktuellen Tabellenführer der Kreisliga nach dem Abpfiff  mit Bier und Bratwurst gefeiert. Jeder, der über viele Jahre Sport treibt und als Zuschauer verfolgt, hat unzählige Siege und Niederlagen erlebt. Geschichten über diese Ereignisse können ganze Abende füllen. Denn jeder weiß etwas über sein schönstes oder traurigstes Spiel zu erzählen. Manchmal spielt dabei auch gar nicht einmal das Ergebnis eine Rolle. Mancher Sportler schaffte es nah an die Profikarriere heran, anderen gelang es als ambitionierte Freizeitkicker den FCM zu schlagen. Die Volksstimme hat mit Sportlern aus dem Bördekreis über ihr schönstes beziehungsweise emotionalstes Spiel, dass sie als Aktiver absolviert haben, gesprochen und wollte außerdem etwas zu ihrem Sport-Highlight in der Rolle des Zuschauers wissen.

Sportler:

Ich möchte nicht ein besonderes Erlebnis nennen, sondern einen dreiwöchigen Zeitraum in der Saison 2014/2015 beschreiben. Ausgehend vom personellen Aderlass bei der ersten Mannschaft des SV Irxleben 1919 musste sich die Mannschaft neu aufstellen. Als Trainer stellte sich unser aktueller Chefcoach Steffen Rau zur Verfügung. Die Mannschaft bestand damit zu großen Teilen aus Spielern, die aus der zweiten Mannschaft hochgezogen wurden.

Drei Spieltage vor Schluss schafften wir dann das eigentlich Unmögliche. Durch einen 1:0-Auswärtssieg bei Fortuna Magdeburg schafften wir den vorzeitigen Klassenerhalt und erreichten damit das Saisonziel. Anschließend sollte nun auch die zweite Mannschaft den Klassenerhalt in der Bördeoberliga erreichen. Mit den Begegnungen gegen den Oscherslebener SC II und den Ummendorfer SV, unseren heutigen Konkurrenten in der Landesliga, standen noch zwei schwere Spiele an, denn beide Mannschaften standen weitaus höher in der Tabelle. Wir waren uns der schwierigen Aufgabe bewusst. In beiden Spielen durfte ich unsere Reservemannschaft unterstützen.

Wir schafften es tatsächlich die OSC-Reserve im Heimspiel 4:2 zu bezwingen und anschließend beim USV mit 3:1 zu gewinnen. Somit hatten wir es „pünktlich“ zum Saisonschluss geschafft, dass beide Mannschaften den Klassenerhalt perfekt machten. Allein schon die Rückfahrt aus Ummendorf, mit vorangegangen „Humba TäTerä“ Gesängen, war ein Highlight für sich. Ganz zu schweigen von der späteren gemeinsamen Abschlussfeier der ersten und zweiten Mannschaft. Es war einfach der Hammer.

Zuschauer

Aus Fansicht würden mir da auch einige Erlebnisse einfallen. Beim Fußball vom 1. FC Magdeburg, sowie beim Handball vom SC Magdeburg. Wie soll es auch anders sein, wenn man in der Nähe von Magdeburg groß wird.

Das schönste Erlebnis war hierbei der 2:1-Auswärtssieg des 1. FC Magdeburg im April 2019 beim Hamburger SV. Mit einem Kleinbus sind wir aus Irxleben gestartet, um die Größten der Welt zu unterstützen. Mit dabei waren wieder einige meiner Irxleber Jungs. Es war wirklich eine geile Fahrt. Zweieinhalb Stunden können in toller Gesellschaft echt kurz sein. Am Stadion angekommen, war wirklich eine unglaubliche Atmosphäre zu spüren. Man hatte das Gefühl, Hamburg war an diesem Abend Blau-Weiß. Nach dem 1:0-Rückstand gab es Elfmeter für den HSV, welcher zurückgenommen wurde. Der Wendepunkt der Partie. Kurz danach konnte Marius Bülter das 1:1 erzielen, was zu diesem Zeitpunkt schon ein Riesenerfolg beim „großen“ HSV war. Die restliche Spielzeit war das Stadion nur von Fangesängen des FCM erfüllt. Es war einfach eine Hammerstimmung im Gästeblock. Von der Choreo gar nicht zu sprechen, die man im Netz in mehr als einem Video sehen kann.

Von Hamburg kam auf den Rängen, sowie auf dem Platz gar nichts mehr. Und wie man so schön sagt, dass nur der Fußball die besten Geschichten schreibt…

In der Nachspielzeit kam es wie es kommen musste oder eher sollte. Ich kann mich noch ganz genau erinnern. Freistoß von Müller an der Mittellinie, Kopfball Christian Beck und den Abpraller drosch Philip Türpitz mit links in die Maschen zum 2:1-Endstand.

Der Rest war einfach nur Ekstase. Ich weiß gar nicht, wie lange wir noch im bzw. am Stadion geblieben sind. Wie beschrieben war Hamburg an diesem Abend Blau-Weiß.