Auch wenn der gastgebende SC Magdeburg das Finale des 19. Internationalen Handball-Turniers der A-Jugend knapp gegen Berlin verlor, gab es fast rundweg zufriedene Gesichter. Hochklassige Partien und interessante Gäste waren Merkmal am Wochenende in der Hermann-Gieseler-Halle.

Stadtfeld. Einzig die Trainer des im Siebenmeterwerfen unterlegenen Gastgebers war kurzzeitig leicht verärgert ob des Verpassens des 16. Turniererfolgs, doch wussten Harry Jahns und Ingo Friedl die Niederlage richtig einzuordnen. "Beide Keeper hatten nicht ihren besten Tag, auch Philipp Weber hatte einige Aussetzer", so Jahns. Der dennoch zum besten Turnierspieler gewählte Weber hatte aber auch eine plausible Erklärung für seine "Fahrkarten" und Fehlabspiele, mit denen er neben manchem "Traumtor" auffiel: "Mir fehlte zum Ende hin einfach noch die Kraft." Weber plagte sich zuletzt mit einem Infekt herum, war zudem nach rot in der 2. Männer-Bundes-liga für zwei Wochen gesperrt.

Nur knapp verpasste die jüngere zweite Mannschaft des SCM den Einzug unter die letzten Vier, trotzte dem späteren Turniersieger von der Spree ein respektables 21:21 ab und gab sich Veszprem nur knapp mit 18:19 geschlagen. Trainer Christian Pöhler dazu: "Das war ein achtbares Abschneiden, nun freuen wir uns auf das B-Jugendturnier ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag im schwedischen Lund."

Turniere sind eine immer gern genutzte Möglichkeit zur Talentsichtung. Nicht umsonst war Füchse-Manager Bob Hanning am Sonnabend Augenzeuge des Turniers. Doch auch die Elbestädter hielten und halten die Augen offen, verfügen zudem über ein gutes Netzwerk, müssen aber auch mit zunehmender Konkurrenz rechnen. Die Slowaken Patrik Krok (zuletzt MHC Bardejov) und der im Finale verletzte Norbert Pavlisin (Tatran Presov) sind jüngste Beispiele des guten SCM-Scouting-Systems. Jahns: "Die sind uns bei Turnieren aufgefallen, wurden auch bei der EM beobachtet."

Aus dem aktuellen A-Jugend-Kader des SCM kommen zahlreiche Akteure nicht aus Sachsen-Anhalt. Beispiele gefällig: David Steinecker (Rangsdorf), Maximilian Janke (Lüneburg), Lennart Koch, Daniel Schmidt (beide Berlin), Marcel Balster (Schwerin), Christoph Märtner (Oberlosa), Nils Kretschmer (Travemünde). "Die Konkurrenz schläft aber nicht, es wird schwerer", weiß Harry Jahns zum Beispiel um die Aktivitäten in Hannover-Burgdorf und Hildesheim oder Berlin, wo die Füchse die frühere Dynamo-KJS in Weißensee weiter betreiben.

"Da muss man gute Kontakte haben und auch nutzen und vor allem schneller sein", so Trainerfuchs Jahns.