Magdeburg (kr) l Bundeswehr gegen Bundespolizei: Kajak-Damen paddeln in etwa so schnell wie Canadier-Herren. Diese feststehende Erkenntnis hatte zum Abschluss des Trainingslagers der deutschen Kanu-Nationalmannschaft im Bundesleistungszentrum Kienbaum das komplette Team an den Liebenberger See geführt. Hier duellierten sich am Wochenende in einem packenden Rennen die Sportsoldatin, vierfache Olympiasiegerin und zehnfache Weltmeisterin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) mit dem Magdeburger Canadier-Weltmeister von 2009 und Bundespolizisten Erik Leue über 500 m.

Der Ausgang des sportlich zwar unbedeutenden, aber für das Ego doch einigermaßen wichtigen Rennens war knapp. Leue konnte unter den Anfeuerungsrufen seiner Nationalmannschaftskollegen eineinhalb Bootslängen ins Ziel retten.

Noch am Sonntag Mittag hieß es dann Sachen packen und auf an den Ort der heute beginnenden WM, nach Duisburg, wo ab Mittwoch fünf spannende Wettkampftage auf die Athleten warten.

Erik Leue, der über 500 m im Einer und im C II über 1000 m an den Start gehen wird, greift am Donnerstag ins aktive WM-Geschehen ein. Der in seinem Heimatverein von Vater Eckhard trainierte 28-Jährige, der 2009 im Zweier-Canadier mit Tomasz Wylenzek Weltmeister über 1000 m geworden war, fühlt sich bei der Auswahl des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) sehr wohl. Das unterstreicht auch Bundestrainer Ralph Welke: "Erik hat sich sein Startrecht im Einer über 500 Meter beim Stufentest in Kienbaum in der WM-Vorbereitung regelrecht erkämpft."

Der Magdeburger belegte dabei Platz zwei hinter Olympiasieger Sebastian Brendel, von dem Leue-Schwester Romy in Kürze ihr zweites Kind erwartet. Schwager Brendel will in Duisburg nur über die 1000 Meter starten, so dass die kürzere Distanz für Erik Leue frei wurde. Bedeutsamer für den DKV ist ohnehin der Vierer-Canadier über 1000 Meter in der Besetzung Kurt Kuschela, Peter Kretschmer (beide Potsdam), Erik Rebstock (Neubrandenburg) und Leue. "Ich habe vollstes Vertrauen in die vier", sagte Canadier-Erfolgstrainer Welke, "sie sind optimal vorbereitet und die lautstarke Heimkulisse sollte ihr Übriges tun."

Erik Leues WM-Termine

Donnerstag: 12.55 Uhr/13.02 Uhr: Vorläufe C IV

Freitag: 9.30 Uhr bis 9.50 Uhr, 5 Vorläufe C II; ab 14 Uhr, Semifinalläufe

Sonnabend: 16.55 Uhr, A-Finale, C IV (ZDF, 15.20 Uhr)

Sonntag: 15.20 Uhr, A-Finale C II (ZDF, 14.50 Uhr)